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Nächster Halt Basel: Busfirmen wollen in der Stadt zentraler parken

Für viele Touristen bildet dieser Ort mangels Alternativen den ersten Eindruck von Basel – der Busstandplatz am Erdbeergraben.

Für viele Touristen bildet dieser Ort mangels Alternativen den ersten Eindruck von Basel – der Busstandplatz am Erdbeergraben.

Carunternehmer müssen ihre Gäste in Basel oft am Stadtrand ein- und ausladen. Tourismus-Chef Daniel Egloff wünscht sich den Steinenberg als Ausladeplatz. Eine Arbeitsgruppe ist dabei, Lösungen zu finden.

Busterminals sind in vielen Städten so selbstverständlich wie Bahnhöfe. Terminals mit sanitären Anlagen, Aufenthaltsräumen und natürlich Parkmöglichkeiten für Reisecars. Touristen steigen aus und – handelt es sich um einen Städtetrip – nach ein paar Stunden wieder ein. In Gehdistanz zum Busbahnhof befinden sich das Zentrum sowie naturgemäss zahlreiche Sehenswürdigkeiten.

In Basel gibt es so etwas nicht – und es ist auch nicht geplant. Und das, obwohl die Tendenz klar ist: Die Zentren werden autofrei, man nimmt den Bus. In Deutschland sind mit der Liberalisierung des Fernbusmarktes vor einem Jahr zahlreiche Angebote entstanden. Von der eintägigen Städtereise bis zum grossen Urlaub ist alles zu haben. Manche Routen führen in den Süden Europas – mit Halt in der Schweiz. Wobei Luzern, Bern oder Zürich zu den beliebtesten «Pausen-Plätzen» gehören. Basel hingegen ist selten auf der Liste.

Autos blockieren Bushaltestellen

«Für ausländische Busunternehmer ist ein Zwischenhalt in Basel uninteressant, weil die Infrastruktur fehlt», sagt der Basler Carunternehmer Urs Saner von der Firma Robert Saner. Er macht sich keine Illusionen, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird. Ihm und seinen Kollegen wäre schon geholfen, wenn neue Ein- und Aussteigeplätze für Busse geschaffen würden. Eine entsprechende Arbeitsgruppe bestehend aus Busvertretern und Mitarbeitern des Baudepartements ist derzeit dabei, nach Lösungen zu suchen.

«Der Busreisemarkt wächst und wächst, weil wir es geschafft haben, vom Billig-Image wegzukommen. Umso mehr muss die Situation in Basel verbessert werden», sagt Urs Haener, Präsident der Fachgruppe Car der Astag Nordwestschweiz. Es mache schliesslich keinen Sinn, eine luxuriöse Fahrt anzubieten und die Touristen dann am Stadtrand auszuladen. Genau das ist jetzt der Fall.

Mit dem Wegfallen des Busparkplatzes beim Kunstmuseum, wo derzeit gebaut wird, gibt es noch zwei ähnlich attraktive Alternativen. Beide haben einen Haken: Der Parkplatz an der nahen Dufourstrasse sei klein und werde wie der Busplatz am Petersgraben häufig von Autofahrern als Parkplatz genutzt, sagt Urs Saner.

Egloff träumt vom Steinenberg

Die Standplätze am Erdbeergraben zwischen Gundeli und Zoo hingegen gelten sogar für Autofahrer als unattraktive Parkmöglichkeiten – entsprechend gibt es immer freie Parkplätze. Wer dort aussteigt, geht zuerst ein Stück zu Fuss den Hang hinunter, bis er an einer Tramstation oder im Zentrum ist. «Das darf nicht sein», sagt Urs Haener. «Es müssen Standplätze in der Nähe von Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung gestellt werden.» Er sei zuversichtlich, dass die Arbeitsgruppe, in der auch er sitzt, Lösungen finden werde.

Bis es allerdings soweit ist, dauert es: Beim Amt für Mobilität ist zu erfahren, dass eine entsprechende Studie erst noch in Auftrag gegeben werden muss. Ideen gäbe es aber bereits. Ideen hat auch Daniel Egloff, Chef von Basel Tourismus: «Ich würde es begrüssen, wenn Städtereisende am Steinenberg beim Barfüsserplatz ein- und nach ihrem Aufenthalt wieder aussteigen könnten», sagt er. Er habe von den Stadtcasino-Betreibern grünes Licht erhalten, dass die Touristen deren sanitäre Anlagen benützen dürften. Den Steinenberg-Vorschlag werde er nun Baudirektor Hans-Peter Wessels schriftlich unterbreiten.

Sollte sich die Idee als nicht machbar erweisen, müsse eine Alternative im Zentrum gefunden werden, sagt Egloff: «Wir hoffen, dass nach dem Umbau des Kunstmuseums wieder eine gute, definitive Lösung gefunden wird.» Marc Keller vom Baudepartement sichert zu, dass die Parkplätze beim Kunstmuseum erhalten bleiben. Allerdings wird es sicher 2016, bis die Baustelle aufgehoben wird.

Bis dahin ist das neue Verkehrsregime vollständig umgesetzt. Was wiederum bedeutet: Zonen wie der Steinenberg sind dann autofrei und nur mit Bewilligung befahrbar. So jedenfalls ist es derzeit noch geplant.

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