Dafür, dass die Legislatur erst ein Jahr dauert, ist die Wechselquote im Grossen Rat enorm hoch. Bereits 15 Grossräte haben ihren Rücktritt eingereicht. Und das, obwohl die Periode, für die sie gewählt worden wären, noch bis 2017 andauert. Der neuste Fall trifft nun die SP, wo der 43-jährige Psychologe Attila Toptas das Handtuch wirft. Er gibt dafür die gleichen Gründe an wie die meisten der anderen Abgängerinnen und Abgänger: andere Prioritäten, hoher Zeitaufwand des Mandates und die Schwierigkeiten, Familie, Beruf und politisches Amt unter einen Hut zu bringen.

Diese Schwierigkeiten kennt auch Toptas’ Nachfolgerin, die 36-jährige Edibe Gölgeli. «Das ist organisatorisch sicher eine Herausforderung, aber ich freue mich sehr darauf, das Amt antreten zu können.» Ihr kam der Zufall etwas zu Hilfe, denn sie war kurz vor den Grossratswahlen 2012 Mutter geworden und ist darum nicht nur traurig darüber, dass es nicht geklappt hatte. Als dritte Nachrückende auf der SP-Liste im Kleinbasel ist sie nun auch tatsächlich bereits die dritte, die hier nachrückt. «Ich war natürlich darauf gefasst, dass das irgendwann kommen wird, aber nun ist es doch rascher gegangen als gedacht.» Die Ankündigung Toptas’ sei für sie eine positive Überraschung gewesen.

Gemeinsam aktiv in Nahost

Die beiden kennen sich gut, haben sie doch vor allem in letzter Zeit zusammengearbeitet, wenn es um Hilfe für die umkämpfte kurdische Stadt Kobane in Syrien ging. Zusammen weilten die beiden Basler Politiker bis vor wenigen Tagen in der Krisenregion, um Hilfsaktionen zu koordinieren (bz berichtete). Die Betriebsökonomin Gölgeli, die im Bereich Telekommunikation arbeitet, ist im Laufe des Konfliktes zwischen Kurden und der Islamistenmiliz IS immer mehr zu einem prominenten Gesicht der kurdischen Gemeinde in Basel geworden.

Sie sitzt für die SP bereits im Bürgergemeinderat und in der Einbürgerungskommission. Zudem ist sie Co-Präsidentin der Migrantinnenorganisation Secondas Plus und Präsidentin der Schweizerisch-Kurdischen Gesellschaft. Ab Februar ist sie nun also auch Grossrätin.

Der erneute Wechsel im Grossen Rat kommt nur gerade zwei Tage nach der Ankündigung des Grünliberalen Emmanuel Ullmann, er wolle per Mai zurücktreten. Er habe nach zehn Jahren im Parlament genug und macht seinem – 2012 nicht wiedergewählten – Parteipräsidenten David Wüest-Rudin Platz.