Gute News für die Basler Fussballfans und Beizer. Als einzige der Deutschschweizer Grossstädte erlaubt Basel die Durchführung von Public Viewing für die Spiele, die an der Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien nach Mitternacht hiesiger Zeit stattfinden. Auf nächtliche Samba-Partys in der Innenstadt will man dagegen in Luzern, Zürich, Biel, Winterthur und St. Gallen verzichten. Das berichtete gestern die «SonntagsZeitung».

Damit beruft sich Basel-Stadt auf einen Regierungsbeschluss von 2012, der sich bewährt hat, wie der Basler Tiefbauamt-Sprecher André Frauchiger sagt. Ohne Spezialbewilligung dürfen die Beizen auf Boulevardflächen bis 2.30 Uhr Matches übertragen. Der Matchbeginn muss innerhalb der regulären Öffnungszeit erfolgen. Dies dürfte aber zu keinen grösseren Einschränkungen führen, da die meisten der rund 900 Basler Gastbetriebe eine Bewilligung bis ein oder gar zwei Uhr haben. Nicht gültig ist gemäss Frauchiger die Bestimmung für Gartenwirtschaften.

Besonders erfreut über diese Nachricht zeigt sich der Vorstandsdelegierte des Basler Wirteverbands, Maurus Ebneter – schliesslich werden aufgrund der Zeitverschiebung elf WM-Partien nach Mitternacht Mitteleuropäischer Zeit angepfiffen. Unter anderem der Schlager England gegen Italien.

Grössere Toleranz gefordert

«Natürlich ist das für viele Beizer eine gute Möglichkeit. Das ist eine zusätzliche Einnahmequelle», sagt Ebneter. Schliesslich sei eine Fussball-WM ein spezielles Ereignis, das die Menschen auf die Strasse locke. Da sei auch zu erwarten, dass die Anwohner eine grössere Toleranz an den Tag legten, was den Lärm angeht.

Ob es in Basel während der Fussball-WM grössere Public Viewings analog der Euro 08 geben wird, steht jetzt noch nicht fest. Wenn nun die Boulevard-Cafés auch die Spiele nach Mitternacht ohne Einschränkungen zeigen dürfen, dann «sind solche eigens errichteten Public Viewings schon weniger attraktiv», wie Frauchiger sagt. Umso attraktiver ist die Nachtarbeit für die Beizer.