Sicherheitsbedenken

Nationalistisches Liedgut: Basler Serben-Verein muss Sänger ausladen

Der serbische Sänger Mirko Pajcin darf nicht in der Schweiz auftreten: Der Gemeinderat von Aarburg entzog ihm die Bewilligung für ein Konzert. Veranstalter ist ein serbischer Kultur-Verein aus Basel.

Der serbische Sänger Mirko Pajcin darf nicht in der Schweiz auftreten: Der Gemeinderat von Aarburg entzog ihm die Bewilligung für ein Konzert. Veranstalter ist ein serbischer Kultur-Verein aus Basel.

Ein serbischer Kultur-Verein aus Basel organisierte ein Konzert mit dem Sänger Mirko Pajcin. Doch nun wurde dem Konzert in Aarburg im September die Bewilligung entzogen – aus Sicherheitsbedenken, denn Pajcin ist für seine nationalistischen Liedtexte berüchtigt.

Mirko Pajcin ist in der Schweiz unerwünscht: Am 10. September hätte der serbische Sänger in der Mehrzweck-Halle Paradiesli in Aarburg auftreten sollen, doch nun hat der Gemeinderat von Aarburg dem Veranstalter die Bewilligung entzogen. Grund: Pajcin verbreite nationalistisches Liedgut, sein Konzert stelle somit ein Sicherheitsrisiko dar. Das schreibt das «Zofinger Tagblatt». Organisator des Konzerts ist KUD Dobrosav Radovanovic Kikac, ein serbischer Kulturverein mit Sitz in Basel.

Der Aarburger Gemeinderat stützt sich bei seinem Entscheid auch auf Empfehlungen der Kantonspolizei Aargau. Zumindest in früheren Jahren fiel Mirko Pajcin tatsächlich mit rechtsradikalem und nationalistischem Liedgut auf. Ausserdem bekannte sich der 49-Jährige zur Serbischen Radikalen Partei SRS. Sein Künstlername «Knindža» ist eine Anspielung auf eine serbische paramilitärische Einheit.

Im Lied «Ne volim te Alija» («Ich mag dich nicht, Alija», gemeint ist der frühere Präsident der Republik Bosnien und Herzegowina, Alija Izetbegović) verherrlicht er unter anderem serbische Kriegsverbrechen während des Kroatienkriegs 1991 bis 1995.

Baja Mali Knindza - Kad Sam Bio Mali

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Es stimme, dass Mirko Pajcin früher derartige Lieder gesungen habe, sagt Ilija Jovic, Präsident des Basler Vereins KUD, auf Anfrage der bz. «Doch das ist mindestens zehn Jahre her. Er hat sich gewandelt: Heute singt er vor allem lustige Lieder.» KUD sei ein Folklore-Verein und apolitisch. «Pajcin hätte an unserem Konzert garantiert keine der älteren Lieder gespielt», sagt Jovic. Pajcin habe bereits ein Visum erhalten.

Aarburg war Ausweichvariante

Der Verein besitzt eine Lokalität in Basel, auf dem Wolf. Nach Aarburg sei man ausgewichen, sagt Ilija Jovic, weil in der Region Basel «nichts mehr frei war».

Auch das Konzert eines anderen Sängers aus einem Nachfolgestaat Jugoslawiens sorgt für Kritik: Der umstrittene kroatische Sänger Marko «Thompson» Perković soll am 3. September in Schlieren auftreten. Er steht für extremen kroatischen Nationalismus.

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