Am Mittwochabend nominierten die SP und die GLP ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Nationalratswahlen. Bei den Grünliberalen gibt es mit dem amtierenden Grossratspräsidenten Bülent Pekerman eine Überraschung.
Eigentlich ist es Usus, dass sich Parlamentspräsidenten in ihrem Amtsjahr politisch zurückhalten. Insofern ist die Nationalratsliste der Basler GLP durchaus eine Überraschung. Denn am gleichen Tag, an dem Bülent Pekerman offiziell den Posten als Grossratspräsident – und damit formell höchster Basler – übernahm, wurde er von seiner Partei als Kandidat für die Nationalratswahlen im Herbst nominiert.
Pekerman soll zusammen mit Claudia Baumgartner und Johannes Sieber, die beide ebenfalls im Grossen Rat sitzen, helfen, den wackeligen Sitz von GLP-Nationalrätin Katja Christ zu sichern. Seine Nomination ist auf mehreren Ebenen spannend: So ist der Fahrlehrer, der im Alter von 15 Jahren in die Schweiz migrierte, eine ernstzunehmende Konkurrenz für die beiden Nationalräte Sibel Arslan (Grün-Alternatives Bündnis) und Mustafa Atici (SP), die bisher die kurdische Community alleine bewirtschaften konnten.
Höchste Basler im Duell
Eine weitere politische Randbemerkung: Neben Pekerman tritt bekanntlich auch seine Vorgängerin im Grossen Rat Jo Vergeat für die Grünen an. Nach einem gemeinsamen Jahr auf dem «Bock» sind die beiden nun direkte politische Konkurrenten. Klar ist: Das Amt als Grossratspräsident bietet Pekerman in den kommenden Monaten viele Möglichkeiten, für sich zu werben.
Thematisch setzt die GLP auf Klimaschutz, Energiesicherheit, mehr Europa und eine moderne und vielfältige Gesellschaft.
Neben der GLP nominierten am Mittwochabend auch die Sozialdemokraten ihre Kandidatinnen und Kandidaten. Allerdings war schon länger bekannt, mit welchen Namen die Genossen den Wahlkampf bestreiten.
Neben den beiden Bisherigen im Nationalrat Sarah Wyss und Mustafa Atici tritt die SP mit Grossrat Christian von Wartburg und Co-Parteipräsidentin Lisa Mathys an. Für die SP, die national in Umfragen eher auf der Verliererseite steht, geht es primär darum, ihre beiden Sitze halten zu können, nachdem Basel-Stadt künftig nur noch vier statt wie bisher fünf Nationalratsmandate zu vergeben hat.
Niemand will gegen Eva Herzog antreten
Weder Überraschung noch Spannung aufkommen wird im Rennen um den Ständeratssitz. Die Frage wird eher sein, wer von den Bürgerlichen Lust hat, gegen die Amtierende Eva Herzog, die gestern einstimmig nominiert wurde, eine Niederlage einzufahren.
Die SP hat ihre Wahlkampfthemen bereits vergangene Woche bekannt gegeben: Ein wichtiger Punkt ist die Stärkung der Stellung der Städte. Wyss und Atici setzen auf ihre Kernthemen Gesundheit respektive Bildung.