Aufregung diese Woche in Schlieren: Hohe Konzentration an Fäkalbakterien im Plansch- und Nichtschwimmerbecken des Biobads. Im Wasser mass das Labor zehn Mal mehr Kolibakterien als erlaubt. Die Sofortmassnahme: Beschränkung der Eintritte auf maximal 500. Die heissen Temperaturen und die Masse an Abkühlungsbedürftigen stellen die Schwimmbäder auf die Probe. Vor allem Biobäder, die komplett auf den Einsatz von Chlor verzichten.

2015 ist erst die zweite Saison für das Naturbad in Riehen. Die wochenlang heissen Temperaturen bedeuteten für das Bad die grosse Bewährungsprobe. Funktionieren die Filteranlage und das Abkühlungssystem? Oder wurde das Bad, wie im Vorfeld von der Riehener SVP befürchtet, zur «Kloake»? «Alles im grünen Bereich», vermeldet Hauptbademeister Roger Wyden. «Die Anlage funktioniert einwandfrei.» Sowohl die Werte dieser, wie letzter Woche sind klar unter den Grenzwerten.

Abkühlung für das Bad

Dass man nun nicht von der Kloake von Riehen spricht, liegt an der modernen Technik. Die Anlage in Schlieren sei bereits einige Jahre älter, sagt Wyden. «Das Riehener Naturbad stammt aus der neuen Generation, die von der Erfahrung früherer Anlagen profitierte.» Die Wassertemperatur in Riehen schwankt zwischen 24 und 26 Grad. Bei den derzeit hohen Temperaturen wird das Becken mit Frischwasser runtergekühlt. Zu viel Frischwasser sei für das Naturbad aber suboptimal, sagt Wyden. «Es stört den natürlichen Kreislauf des Bades.» Am häufigsten treten Fäkalbakterien in Kinderbecken auf. In Riehen sind diese darum vom Rest der Anlage getrennt und werden regelmässig entleert und gereinigt. Derzeit meist täglich.

Stärker als gewöhnlich ist der Algenwuchs in den Becken. Ganz natürlich, so Roger Wyden. «Für uns bedeutet es einfach mehr zum Schrubben.» Von einer trüben Pfütze, wo man die eigene Hand nicht mehr vor den Augen sieht, ist man noch weit entfernt. «Am Abend ist das Wasser trüber als gewöhnlich», so der Badmeister. «Am nächsten Morgen ist es aber wieder klar.» Die Vorgabe wird aber jederzeit eingehalten: Zwei Meter Sichtweite.

Während den Ferien besuchen täglich 1000 bis 1200 Besucher die Schwimmanlage. «Weniger als sonst», sagt Wyden. 1500 bis 1800 ist der übliche Besucherdurchschnitt an schönen Tagen. Heikel werde es erst, wenn sich über eine Woche lang mehr als 2000 Gäste im Bad erfrischen. Ab dann müsste die Wasserqualität öfters als wöchentlich geprüft werden. «Bevor die Filtration nicht mehr nachkommt, wäre eine Beschränkung der Besucherzahlen denkbar», sagt Wyden. Er ergänzt: «Der Fall ist bis jetzt aber noch nicht annähernd eingetreten.»