Parodie
Naturhistorisches Museum schielt nach Hollywood

Ein Werbeclip des Naturhistorischen Museums lädt zum Schmunzeln ein. Verantwortlich dafür ist die Agentur Fadeout, welche vor einem Jahr mit dem Basler Pokemon-Film einen weltweiten Internet-Hit gelandet hat.

Jonas Hoskyn
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Das Naturhistorische Museum Basel wird oft als ein bisschen angestaubt belächelt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die ältesten Exponate mehrere Dutzende Millionen Jahre auf dem Buckel haben. Mit einem neuen Werbeclip will sich das Museum nun in einem neuen Licht präsentieren.

Verantwortlich für den knapp dreiminütigen Kurzfilm ist die Basler Werbeagentur Fadeout. Diese hat im Sommer vor einem Jahr mit einem Werbeclip für Basel Tourismus, welcher den damaligen Hype um das Smartphone-Spiel «Pokemon Go» aufgriff, einen Internet-Hit gelandet. Seitdem wurde der Clip online über 100 Millionen Mal angeklickt.

Für den neuen Film haben die Macher nach Hollywood geschielt. Der Clip ist eine Parodie auf die Komödie «Nachts im Museum» mit Ben Stiller und Robin Williams, in dem nachts die Exponate zum Leben erwachen. Dabei haben die Macher einzelne Szenen aus dem Trailer fast eins zu eins nachgedreht.

Allerdings wurde das Ganze mit viel Lokalkolorit versehen. Statt einer Statue des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt ist der frühere FCB-Präsident Bernhard Heusler ausgestellt. Und statt einem Löwen grüsst der Vogel Gryff. Neben diesen zwei humorvollen Episoden rückt der Film auch viele Exponate des Naturhistorischen Museums in den Fokus: etwa das Skelett des Zwergwals oder das altehrwürdige Mammut. Zum Abschluss zwinkert dann noch die Tyrannosaurus-Rex-Büste im Treppenhaus den Besuchern zu.

Das Original (links) und die Basler Persiflage   

Das Original (links) und die Basler Persiflage   

facebook.com/pg/fadeout.gmbh

Promis machten gerne mit

Gedreht wurde der Clip an mehreren Abenden nach Museumsschluss. «Wir hatten uns schon lange überlegt, was wir machen könnten, um das Museum ein bisschen zu promoten», sagt der interimistische Direktor David Alder. In Zusammenarbeit mit der Agentur Fadeout sei dann die Idee entstanden, eine Parodie auf den Hollywood-Trailer zu machen. Alle seien sofort Feuer und Flamme gewesen, sagt Alder.

Tatsächlich gibt sich im Film ein wahres Who-Is-Who der Region die Ehre: Neben Heusler, der sich selber als Statue verkörpert, spielen die bekannten Basler Schauspieler Joël von Mutzenbecher, Caroline Rasser und Daniel Buser mit. Auch die Agentur Fadeout sei dem Museum mit Sachsponsoring entgegen gekommen. «Ansonsten hätten wir uns das gar nicht leisten können», so Alder. Die Kosten behält das Museum für sich.

Zum Vergleich: Das Original