Nachwuchs im Zoo Basel
Nehmen das Maul voll: Kardinalbarsche tragen im Zolli ihre Brut zur Schau

Im Zolli Basel gibt es derzeit besondere Papas zu bestaunen: Die Männchen der Banggai-Kardinalbarsche tragen im Maul Eier durchs Wasser. Dank dieser "Maulbrut" hat der Nachwuchs bessere Chancen zu überleben, wie der Zolli in einer Mitteilung schreibt.

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Die Banggai-Kardinalbarsche sind sehr seltene Tiere.
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Sie kommen nur in den Korallenriffen rund um die Banggai-Inselgruppe in Indonesien vor.
Die Fisch-Väter tragen ihre Nachkömmlinge im Maul durch die Gewässer.
Banggai Kardinalbarsche im Basler Zoo erwarten Nachwuchs
Das kleine Verbreitungsgebiet ist wohl auf die besondere Brut-Art der Fische zurückzuführen.
Die schwarz-weissen Musterungen sind nur im Aquarium auffällig, im Korallenriff sind sie zwischen den Fangarmen von Seeanemonen gut getarnt.

Die Banggai-Kardinalbarsche sind sehr seltene Tiere.

Zoo Basel

Die Väter dieser rund vier Zentimeter kleinen Fische bewahren ungefähr zwanzig befruchtete Eier im Maul auf. Dort sind sie drei Wochen lang perfekt vor Eiräubern geschützt, bis die Jungen schlüpfen. Auch nach dem Schlüpfen finden sie noch einige Tage Schutz in Papas Maul.

Banggai-Kardinalbarsche kommen nur in den Korallenriffen rund um die Banggai-Inselgruppe in Indonesien vor. Ihr kleines Verbreitungsgebiet ist wohl auf die besondere Fortpflanzungsweise zurückzuführen: Normalerweise stossen Meeresfische Tausende bis Millionen von Eiern aus, die im offenen Wasser befruchtet werden und sich dort entwickeln. Mit Meeresströmungen driften sie weit durchs Meer.

Bedrohte Fische werden zur Bedrohung

Erst 1996 wurden die hübschen Banggai-Kardinalbarsche von der Aquarienwelt entdeckt und zu Tausenden nach Europa, Asien und die USA exportiert, schreibt der Zolli. Fischarten mit einer Larven-Massenproduktion werden durch einen nachhaltigen Aquarienhandel kaum bedroht. Beim Banggai-Kardinalbarsch war jedoch zu befürchten, dass die natürlichen Bestände unter der Fischerei leiden.

Glücklicherweise vermehren sich die Fische gut im Aquarium und ein Grossteil der Nachfrage konnte über Zuchten gestillt werden. Jedoch gelangten in den letzten Jahren durch übereifrige Fischfreunde oder auch aus Versehen Banggai-Kardinalbarsche in fremde Meeresgebiete. Dort verdrängen sie in manchen Regionen heimische Arten.

Neben den fürsorglichen Papas sind auch bereits geschlüpfte Junge und Halbwüchsige im Aquarium Nummer 39 des Basler Zolli zu sehen. Die schwarz-weissen Musterungen sind nur im Aquarium auffällig, im Korallenriff sind sie damit gut getarnt. Banggai-Barsche verstecken sich vor Fressfeinden zwischen den Fangarmen von Seeanemonen oder zwischen den giftigen Stacheln von Diadem-Seeigeln.