Mit 27'824 (46.07%) Ja-Stimmen und 32'567 (53.93%) Nein-Stimmen haben die Basler Stimmbürger den Grossbasler Rheinuferweg bachab geschickt. «Ich und das Komitee, wir sind enttäuscht, das ist klar», erklärt Daniel Goepfert (SP). Der Verdienst des Initiativkomitees sei, dass «die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger endlich einmal darüber entscheiden konnten.

Nach 130 Jahren, in denen die Gerichte darüber entschieden haben und Petitionen ignoriert wurden, gab es nun einen Volksentscheid. Leider nicht in unserem Sinn.» Für Goepfert ist die Ablehnung das Resultat eines «grundkonservativen Reflexes: Man will einfach keine Veränderung. Wir hätten die Wette gerne angenommen, dass wir es schaffen, diesen Weg zu realisieren und dabei dem Rheinufer gerecht zu werden.»

Man muss nicht überall feiern

Für Patricia von Falkenstein, Präsidentin der LDP, haben die Leute in Basel «gemerkt, dass man nicht überall feiern können muss.» Die Mediterranisierung der Stadt habe ihre Grenzen: «Es muss nicht überall lustig sein, man muss nicht überall grillen können.» Die Ansicht von Basel sei viel schöner ohne Steg, auch wenn er filigran geworden wäre. FDP-Präsident Daniel Stolz erklärt, er habe die Idee zwar «gelungen» gefunden, habe aber «mit einem klareren Nein gerechnet, weil die Basler Bevölkerung solche Ideen bisher abgelehnt hat.» Er denke etwa ans neue Casino oder ans Multiplexkino auf der Heuwaage.

Regierungsratskandidat Lukas Engelberger freut sich über das «Nein» zum Rheinuferweg. «Das zeigt, dass es die Leute schätzen, dass es in der Mitte der Stadt einen Ort gibt, der eine gewisse Ruhe und eine Gelassenheit ausstrahlt und, den man auch einfach anschauen und nicht unbedingt berühren und betreten kann.» Für dieses Verständnis sei er dankbar. «Es ist wertvoll für unsere Stadt, dass es den Münsterhügel da so gibt.» Für Engelberger hat das Votum keine Bedeutung für künftige Projekte, auch nicht für das Klinikum 2, den Neubau des Universitätsspitals.