Die Zionistische Weltorganisation plant im August in Basel eine grosse Feier zum 120-Jahr-Jubiläum des ersten Zionistenkongresses. Im Stadtcasino wurde im Jahr 1897 unter dem Vorsitz von Theodor Herzl der Grundstein für den späteren Staat Israel gelegt.

Nach anfänglichen Spekulationen wird nun immer deutlicher, dass die Organisatoren in wenigen Monaten mit einem hochkarätigen Gast rechnen dürfen. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, habe der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Absicht geäussert, am Jubiläumskongress der Zionisten teilzunehmen. Gemäss mehreren Quellen sei zudem ein Treffen mit einem oder mehreren Mitgliedern des Bundesrats in Vorbereitung.

Die Reaktionen aus Basel zur Ankündigung des Jubiläums waren bisher eher verhalten. Im März warnte die Regierung vor der kurzfristigen Organisation der Veranstaltung und den Sicherheitskosten von rund zehn Millionen Franken. «Wir stehen gegenwärtig in Kontakt mit der Zionistischen Weltorganisation, mit den israelischen Behörden und mit dem Bund», erklärt Regierungssprecher Marco Greiner auf Anfrage. Ende April sei das Gesuch der Zionistischen Weltorganisation eingegangen, das man nun prüfe.

Kongress sei in der Schwebe

Der Regierung sei die Bedeutung des Zionistenkongresses für Basel durchaus bewusst. Trotzdem wiederholt Marco Greiner: «Das Problem ist die Kurzfristigkeit.» Man müsse für den Anlass grosse Gebiete absperren und benötige zudem die Unterstützung von ausserkantonalen Polizisten. Ein erstes Treffen mit den Verantwortlichen habe bereits im Februar stattgefunden. «Seither sind mehr als zwei Monate ins Land gezogen, passiert ist aber nur sehr wenig.»

Vor allem habe man noch keinen Bescheid über die Finanzierung des Jubiläums erhalten. «Die Veranstaltung ist derzeit in der Schwebe.» Unerlässlich für eine Durchführung sei eine finanzielle und logistische Unterstützung durch den Bund. Man gehe davon aus, dass man schon bald mehr kommunizieren könne.