16 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden unter chronischen Schmerzen. Das besagt zumindest eine Studie der Organisation «Pain in Europe» aus dem Jahr 2007. Die Ursachen und Krankheitsbilder chronischer Schmerzen sind vielfältig: Rheuma, Fibromyalgie oder Arthrose sind drei Beispiele.

Der neu gegründete und im Handelsregister eingetragene Verein Schmerzliga Schweiz mit Sitz in Basel will nun darauf aufmerksam machen, dass chronischer Schmerz auch ohne eine solche Krankheit auftreten kann. In solchen Fällen handelt es sich um das sogenannte «chronische Schmerzsyndrom», das laut Schmerzliga hierzulande noch nicht als eigenständige Krankheit angesehen wird – obwohl die Weltgesundheitsorganisation WHO chronischen Schmerz als eigenes Krankheitsbild klassifiziert.

Wie es zu einem solchen chronischen Schmerz kommen kann, erklärt Sven Widmer, Gründungspräsident des Vereins Schmerzliga Schweiz: «Ein Schmerz kann sich von der eigentlichen Ursache loslösen und sich verselbstständigen. Schuld daran ist das Schmerzgedächtnis, das die ständigen Schmerzreize verinnerlicht hat.» Dieser Vorgang ist vielen nicht bekannt. «Wir setzen uns dafür ein, dass chronischer Schmerz als Diagnose akzeptiert wird, so wie im Rest der Welt», sagt Widmer.

Deutsche Schmerzliga ist Vorbild

Mit Beratungsangeboten, Selbsthilfegruppen und Informationsbroschüren will die Schmerzliga zudem Betroffenen helfen, die passenden Behandlungsmethoden zu finden und ihr Leben mit der Krankheit zu bewältigen. Vorbild für die Schweizer Schmerzliga ist die Schmerzliga Deutschland.

Im Zentrum steht laut Widmer die Hilfe zur Selbsthilfe. «Unser Ziel ist, dass chronisch Schmerzkranke dereinst unseren Platz im Vorstand einnehmen. Wir schulen sie zum Beispiel darin, eine Selbsthilfegruppe zu leiten, damit sie sich engagieren können. Die Schmerzliga ist eine Patientenorganisation.»

Dass eine solche Schmerzliga auch in der Schweiz ein Bedürfnis ist, haben Widmer und seine Vorstandskollegen im Gespräch mit ihren Klienten und mit Betroffenen festgestellt. Denn Widmer ist Geschäftsleiter der Fritac Medizintechnik AG aus dem aargauischen Baden. Und Brigitte und Günter Rühle führen die Kreutner-Medico AG in Basel. Beide Firmen handeln mit medizinischem Gerät und sind die ersten Sponsoren der Schmerzliga, die ihren Sitz an der Basler Gärtnerstrasse bei der Kreutner-Medico AG hat. Ebenfalls im Vorstand sitzt André Ljutow. Er ist Leitender Arzt für Schmerzmedizin am Paraplegikerzentrum in Nottwil und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes.

Ihre Arbeit nimmt die Schmerzliga Mitte März auf. Für die Mithilfe in der Organisation werden noch chronisch Schmerzkranke gesucht.

Weitere Infos: www.schmerzliga.ch