Seit Ende August ist sie nun vollzählig, die Flotte der «semistationären Blitzanlagen». So werden die grossen, hellgrauen Radaranlagen auf Rädern offiziell genannt. In den Strassen fällt die Häufung der Anlagen auf: Bis vor kurzem gab es in Basel nur eine, mittlerweile sind es sechs. Dazu kommen sechs fixe Anlagen und drei mobile Geräte in Autos. Die semistationären Anlagen sind örtlich und zeitlich flexibel einsetzbar. Sie werden laut Kantonspolizei überall dort aufgestellt, wo eine erhöhte Tendenz zum Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit festgestellt wurde.

Zurzeit sind fünf Standorte für diese Anlagen vorbereitet und mit Stromanschlüssen versorgt, zehn weitere werden derzeit intensiv geprüft. Insgesamt sind 25 Standorte angedacht. «Semistationäre Anlagen können auf dem ganzen Kantonsgebiet eingesetzt werden. Das bedeutet, dass die Kantonspolizei mit semistationären Anlagen zielgerichteter auf Meldungen aus der Bevölkerung und eigene Beobachtungen reagieren kann», sagt der Mediensprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, Toprak Yerguz.

Das Ziel der Polizei sei es, dabei nicht möglichst viele Geschwindigkeitsübertreter zu «erwischen», sondern die Verkehrssituation präventiv und langfristig zu verbessern. «Die Kantonspolizei setzt semistationäre Anlagen deshalb bewusst so ein, dass sie gesehen werden und deshalb alleine durch ihre Präsenz zu einer Verkehrsberuhigung führen», sagt Yerguz. Dadurch soll mit diesen semistationären Anlagen der gleiche Effekt erzeugt werden wie bei den fix installierten Radaranlagen: Sie sollen die Verkehrsteilnehmer dauerhaft dazu bewegen, die erlaubte Geschiwindigkeit einzuhalten, anstatt nur die Geschwindigkeitsübertreter zu büssen.

Mehr Einnahmen durch Bussen

Parallel zu diesen Anpassungen der Anlagen wurden für das laufende Jahr 2018 insgesamt 2 Millionen Franken mehr für die Bussen budgetiert als im Vorjahr. Dieses Budget umfasst neben den Bussen durch Radaranlagen und Rotlichtübertretungen auch Ordnungsbussen.

Im Jahr 2017 verzeichnete die Kantonspolizei rund 13,5 Millionen Franken aus Busseneinnahmen. 5,2 Millionen Franken davon entfielen auf die Bussen der Kontrollen durch fixe und semistationäre Radaranlagen. Für das laufende Jahr sind insgesamt 15,5 Millionen Franken budgetiert.

Polizeisprecher Yerguz relativiert die Ehrhöhung der budgetierten Busseneinnahmen folgendermassen: «Die Polizei kann das eigene Budget durch solche Mehreinnahmen nicht verbessern. Daher werden Verkehrskontrollen aufgrund von Kriterien der Verkehrssicherheit und nicht von finanziellen Überlegungen getroffen.» Ausserdem ginge die Kantonspolizei zurzeit von einer Unterschreitung des geplanten Budgets aus.