Sicherheit
Neubau für Polizei: Spiegelhof wird umgebaut

Die fünf Einsatzzentralen der Basler Blaulichtorganisationen sollen zu zwei redundanten Zentralen zusammengelegt werden. In die Aufrüstung des mehr als 80 Jahre alten Spiegelhofs mit der neuen Polizei-Einsatzzentrale will der Kanton knapp 50 Millionen Franken investieren.

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Der Spiegelhof.

Der Spiegelhof.

Martin Töngi

Die bestehende Einsatzzentrale der Polizei im Spiegelhof würde einem Erdbeben kaum standhalten. "Das ist ein wesentliches Sicherheitsrisiko", sagte Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr am Donnerstag vor den Medien. Für ihn ist das Spiegelhof-Projekt deshalb ein "Meilenstein".

Herzstück des Vorhabens, das noch vom Grossen Rat abgesegnet werden muss, ist die neue Polizei-Einsatzzentrale. Für sie soll im Hof der Liegenschaft ein neues Gebäude erstellt werden, das alle Sicherheitsanforderungen erfüllt. Der Neubau soll erdbebensicher sein und auch Schutz vor Angriffen und Geschossen gewährleisten.

Neben dem Neubau beinhaltet das Projekt auch einen Umbau und die Instandsetzung des Spiegelhofs. Das Verwaltungsgebäudes soll dabei zumindest teilweise so ausgestaltet werden, dass bei einem Erdbeben nicht lebenswichtige Funktionen der Blaulichtorganisationen ausfallen.

Bis Ende 2020 realisiert

Der in den 1930er-Jahren erbaute Spiegelhof zählt mit rund 400 Mitarbeitenden zu den grössten Verwaltungsbauten im Kanton Basel-Stadt. Der Gebäudekomplex ist im Inventar schützenswerter Bauten aufgeführt. Das Erscheinungsbild soll sich durch das Projekt nicht verändern, wie es an der Medienkonferenz hiess. Der Umbau erfolge in Absprache mit der Denkmalpflege.

Realisiert werden sollen die Bauarbeiten von Ende 2018 bis Ende 2020. Vor Baubeginn will die archäologische Bodenforschung noch eine Rettungsgrabung vornehmen, die rund ein Jahr dauern soll. Denn schon beim Bau des Spiegelhofs vor bald 90 Jahren hat sich das Areal als hervorragend erhaltene Fundstelle von internationaler Bedeutung erwiesen etwa mit 1000 Jahre alten Hausgrundrissen aus Holz.

Neue Zentrale auch für Rettung Basel-Stadt

Gleichzeitig mit jener der Polizei soll 2020 auch eine neue Einsatzzentrale von Rettung Basel-Stadt gemeinsam für Sanität und Feuerwehr in Betrieb genommen werden. Standort ist der Lützelhof, der als Feuerwehr-Sitz bereits erdbebenertüchtigt worden ist. Für diese Zentrale rechnet Regierungsrat Dürr mit Investitionen von weniger als zehn Millionen Franken.

Vorteil der neuen Einsatzzentrale ist namentlich deren Redundanz: Wenn die eine Anlage ausfällt, dient die andere als Ersatz. Bedient werden können die identischen Anlagen sowohl von Angehörigen der Polizei wie von Rettung Basel-Stadt. Zu Personaleinsparungen sollen die neuen Einsatzzentrale nicht führen, jedoch eine bessere Bewältigung der wachsenden Zahl von Notrufen ermöglichen, sagte Dürr.

Sind die neuen Anlagen dereinst in Betrieb, können die Einsatzzentrale Sanität an der Hebelstrasse und die Einsatzzentrale der Kantonalen Krisenorganisation (KKO) in einem Bunker an der General Guisan-Strasse stillgelegt werden. Auch die separate Verkehrsleitzentrale bei der Autobahnpolizei an der Schwarzwaldstrasse wird nicht mehr benötigt.

Die Einsatzzentralen der Blaulichtorganisationen sind in Basel-Stadt schon seit rund 15 Jahren ein Thema. Bevor sich die Regierung auf die neue Zwei-Zentralen-Strategie einigte, wurden diverse Varianten geprüft, darunter auch eine Einsatzzentrale im Zeughaus.

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