Herr Brunkhorst, was bedeutet der Umbau des Westflügels am Bahnhof SBB für die Pendler?

Marc Brunkhorst: Am meisten werden es die Pendler von und nach Frankreich spüren. Sie müssen auf der Nordseite um das Gebäude herumgehen, um in die Schalterhalle reinzukommen, anstatt das Gebäude zu durchqueren.

Wie gross ist die Gefahr, dass man sich während des Umbaus noch mehr im Weg steht als heute?

Wir haben seitens SBB unsere eigenen Anforderungen bezüglich der Pendlerströme. Es standen uns für die Provisorien nur gewisse Spielräume zur Verfügung. Es muss weiterhin gewährleistet sein, dass es genug Platz hat für die Pendler.

Damit die Pendler mehr Platz haben, wird auf der Nordseite des Bahnhofs das Trottoir verbreitert. Gibt es noch andere Massnahmen, um die Pendler zu lenken?

Im Hinblick auf das Konfliktpotenzial zwischen Passanten und Anlieferung werden wir einen Verkehrsdienst einsetzen. Wenn also zum Beispiel ein Lastwagen etwas anliefert, dann lotst jemand die Passanten und den LKW sicher aneinander vorbei. Die Passantenströme auf der Nordseite sind aber sich selber überlassen.

Braucht es wirklich ein Provisorium für die Migros und eines für Gourmessa in der Bahnhofshalle?

Es ist schon jetzt so, dass nicht alle Anbieter in ein Provisorium ziehen. Die Candrian Catering verzichtet während des Umbaus zum Beispiel auf ein Provisorium fürs Bahnhof-Buffet. Wir haben das mit den Mietern schon ausgelotet und das Ganze minimiert, sodass wir durch die Erstellung der Provisorien nicht ein riesiges zweites Projekt generieren.

Der grosse Aufwand hat auch mit den Anforderungen des Denkmalschutzes zu tun. Stellt er überall so hohe Anforderungen – auch an Provisorien?

Wir sind hier in einem denkmalgeschützten Gebäude, und da kann man nicht einfach etwas Hässliches hinstellen. Es muss zur Umgebung passen und einheitlich erscheinen. Auch wenn der Fokus nicht auf den Provisorien liegt, müssen sie von der Erscheinung her so geplant werden, dass sie ins Erscheinungsbild passen.

Was geschieht mit den historischen Gemälden?

Für die historischen Gemälde gibt es ein eigenes Projekt. Sie werden teilweise abgenommen und restauriert. Nach dem Umbau werden sie wieder montiert, teilweise auch an anderen Orten.