Mehrere Jahre lang haben sich die Detailhändler von Saint-Louis mit Nachdruck gegen einen Missstand gewehrt. Weil die Grenzübergänge zur Schweiz nur unregelmässig von französischen Zöllnern besetzt sind, war es kompliziert beziehungsweise fast unmöglich, sich die Ausfuhr von Einkäufen bestätigen zu lassen. Die Bestätigung braucht man, um sich die Mehrwertsteuer im französischen Geschäft zurückzuholen.

Standort am Flughafen geplant

Nun hat Jean-Marie Zoellé, Maire von Saint-Louis, beim Direktor der Zolldirektion in Paris erreicht, dass in seiner Stadt drei Automaten aufgestellt werden, mit denen man sich die Ausfuhrbescheinigung selber ausstellen kann. Als mögliche Standorte werden in einer Medienmitteilung der Stadt die Autobahngrenze Saint-Louis/Basel, der Euro-Airport und der Zollübergang im Basler Bahnhof SBB genannt.

Insbesondere für regionale Schweizer Kunden sind diese aber unpraktisch. Für Zoellé ist das letzte Wort darüber denn auch noch nicht gesprochen: «Es gibt sicherlich bessere Standorte. Darüber müssen wir uns mit der Regionaldirektion des Zolls in Mulhouse auseinandersetzen. Von Paris aus gesehen nimmt man nur die acht Millionen Passagiere auf dem Flughafen als virtuelle Kunden wahr.»

Die Standortfrage stellt auch Fabrice Renner. Der Weinhändler war langjähriger Präsident des Detailhandelsverbands Vitrines de Saint-Louis. Die Probleme um die Mehrwertsteuererstattung waren eines der Hauptthemen, bei dem er sich stark engagiert hat. Renner glaubt an einen möglichen Standort am Grenzübergang Lysbüchel.

Praktisch für Basler Kunden wäre ein Automat auch am Zollübergang Burgfelden, über den das 3er-Tram fährt. Der Weinhändler freut sich über einen «halben Sieg», schränkt aber auch ein: «So richtig glaube ich erst daran, wenn die Automaten wirklich stehen.» Der Termin dafür ist noch nicht festgelegt.

Automaten nur in Grenznähe

Die Detailhändler hätten gerne einen Automaten in der Stadt; zum Beispiel am Bahnhof an der Endstation des 3er-Trams. Das aber scheint unrealistisch. So zitiert die Zeitung «L'Alsace» die für den Handel zuständige beigeordnete Bürgermeisterin Stéphanie Gerteis. Sie glaubt, dass die Automaten nur in der Nähe einer Grenze aufgestellt werden können. Das klingt logisch.

Die Software namens Pablo gibt es seit einigen Jahren. Automaten werden bereits an etlichen französischen Flughäfen eingesetzt. Die Franzosen sind den deutschen Nachbarn, die etwas Ähnliches planen, voraus. Einen grossen Unterschied gibt es aber: In Frankreich wird die Mehrwertsteuer erst bei Einkäufen ab 175 Euro erstattet. In Deutschland gibt es dafür keine Mindestgrenze.