Altern ist ein individueller Prozess. Dem will der Kanton Basel-Stadt künftig mehr Rechnung tragen und hat darum seine Alterspolitik überarbeitet und in die Vernehmlassung geschickt. Die Stellungnahmen und Mitteilungen der Parteien zur neuen Alterspolitik «Basel 55+», die der bz vorliegen, zeigen: Die Vorschläge des Gesundheitsdepartementes kommen von links bis rechts gut an.

Enttäuscht sind SP und Basta: Das Papier komme zu unverbindlich daher. Die SP verweist auf andere Städte, die konkretere Leitbilder hätten. Während viele Parteien begrüssen, dass bereits Menschen Mitte 50 für die Themen des Alters sensibilisiert werden, damit sie frühzeitig die nötigen Vorkehrungen treffen können für ein möglichst langes selbstständiges Leben, äussert sich einzig die SP darüber irritiert. Sie zweifelt an der Befragung der über 55-Jährigen, auf der die überarbeitete Alterspolitik basiert: «Ob sich jemand im Alter zwischen 55 und 60 vorstellen kann, welche Bedürfnisse er oder sie mit 80 haben wird», erscheine fraglich.

Besonders häufig angesprochene Themen in den Stellungnahmen sind Wohnen im Alter, Pflege, Gesundheitsförderung, das Schaffen von generationenübergreifenden Treffpunkten sowie der Einbezug der Alternden mit Migrationshintergrund, wie die ausgewählten Stellungnahmen zeigen. Einige davon dürften im Parlament zu reden geben:

Pflege: SP, CVP, FDP finden, der Bereich der Pflege zu Hause durch Angehörige solle noch deutlich stärker gefördert werden. Die Vereinbarkeit mit dem Beruf müsse – wie bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – verbessert werden. Die Basta bemängelt, es fehlten verbindliche Aussagen zur finanziellen Entschädigung von zu Hause Pflegenden.

Wohnen:Die Absicht, Wohnen im Alter und Wohnformen mit Dienstleistungen zu fördern, stösst auf breite Unterstützung. Denn: Je länger jemand zu Hause leben kann, desto weniger Kosten verursacht er. Wie das geschehen soll, darüber sind sich die Parteien nicht einig. Die SP fordert vom Kanton Massnahmen, die in den Markt korrigierend eingreifen, um für ältere Menschen erschwinglichen Wohnraum bereitzustellen. Genau das lehnt die FDP ab: Fördern sei gut, aber ohne «staatlichen Zwang».

Gesundheitsförderung/Quartiere: «Basel 55+» sieht vor, die Angebote für ältere Menschen in den Quartieren zu verbessern, was im Grundsatz begrüsst wird. Während die Basta integrierte Grundversorgungsmodelle in den Quartieren möchte, will die FDP Gruppenpraxen nicht speziell fördern, um die «Abläufe unter privaten Leistungserbringern möglichst wenig» zu beeinflussen. Sie schlägt dafür vor, auf dem Areal des Felix-Platter-Spitals ein Art Campus für das Alter neben dem Geriatriespital aufzubauen. Die SP fordert den Aufbau eines Kompetenzzentrums für das Alter als Anlaufstelle.

Migration: Stärker berücksichtigen will die Alterspolitik den wachsenden Anteil der alternden Migrationsbevölkerung. Dies sei nicht nötig, finden SVP und FDP: Wer sich integriere, könne die bestehenden Angebote nutzen. Anders sehen das die Linken: Es bestehe Nachholbedarf.