Gastronomie

Neue Beiz: Simon Lutz wird Kran-Kapitän

Der Hafenkran aus dem St. Johann steht 300 Meter unterhalb der Dreirosenbrücke am Rhein – und wird zur Beiz.

Der Fürst des Basler Nachtlebens eröffnet einen Betrieb auf dem Novartis-Hafenkran. Ein Unbekannter steht schon in den Startlöchern für eine Einsprache gegen den Gastrobetrieb. Simon Lutz hat jedoch die Novartis und den Kanton hinter sich.

Und hier soll ein Richtfest gefeiert werden? Schon morgen? Nicht möglich! Ausser, die geladenen Gäste begnügen sich mit einem alten Hafenkran, der nichts zu bieten hat ausser einer neuen Treppe, die ins Nichts führt, und dem Blick auf den Campus am anderen Ufer. Der Novartis kann es recht sein, ihr Campus gilt ja als architektonisches Highlight, und es ist ihr Kran, der seit einem Monat im Kleinbasel steht – dort, wo Velofahrer und Fussgänger über Zuggleise biegen, wenn sie zum Party-Hafen wollen.

An diesem bislang toten Fleck steht also dieses Monster mit dem Schild «Aufstieg für Unbefugte verboten!», das Novartis-Mann Matthias Leuenberger Baudirektor Hans-Peter Wessels und damit der Stadt schenken wird. Novartis hatte in einem Anflug von Grossherzigkeit beschlossen, Basel mit dem Kran zu beglücken. Doch was wäre ein Kran, so nackt und düster, ohne einen Gastrobetrieb?

Nordstern-Schiff soll rauf zügeln

Noch gibt es aber nicht mal eine Eingabe dafür – und der Unbekannte, der bereits gegen den Wiederaufbau des Krans vorgegangen ist, steht in den Startlöchern für eine Einsprache gegen den Gastrobetrieb. Das wird Simon Lutz nicht gefallen, dem Fürsten der Nachtwelt, aber er wird sich damit herumschlagen müssen; so, wie dies auch andere Hafen-Gastronomen tun mussten.

Da denkt man, im Niemandsland am Wasser störe es kein Schwein, wenn man trinkt und lacht, und dann kommt ein Mensch – und fühlt sich gestört.

Simon Lutz wird wahrscheinlich gewinnen, hat er doch Novartis und Kanton hinter sich und eine Schar Gäste, die den neuen Lutz-Streich kaum erwarten können. Hätte er 2015 übrigens nicht bei der Novartis angeklopft, würde der Kran nach wie vor im Grossbasel vor sich hin gammeln. «Simon Lutz ist mit einem Gesamtkonzept auf uns zugekommen», sagt Daniel Zehnder von Novartis. «Die Schenkung an den Kanton ist an sein Gastrokonzept gekoppelt.»

Nun wird also gefeiert, wenn auch noch ohne Beiz und ohne Volk. «Selbstverständlich wird es am Freitag anders aussehen als jetzt», verspricht Zehnder und kündigt Apéro und DJs an. Das «grosse Fest für alle» steige im Frühling, «wenn alles durch ist», sprich, wenn eröffnet werden kann. Lutz schwebt «eine «foodtechnisch ausgebaute Hafenbar» vor, sagt er, ein Open-Air-Ort für den Sommer. «Es hängt alles von der Bewilligungssituation ab.» Zu sagen ist ausserdem, dass er am Hafen nicht als Konkurrenz wahrgenommen wird, wie Katja Reichenstein von Shift Mode bestätigt. «Wahrscheinlich spricht sein Konzept eine andere Klientel an.» Allenfalls jene Gäste, die auf dem Nordstern-Schiff abtanzen, an dem Lutz beteiligt ist, und das er zum Kran zügeln will. Eine Studie liege vor, noch sei aber unklar, was mit den anderen Schiffen geschehe. «Ich kann keine Zeitangabe machen», sagt er. Alles schön der Reihe nach.

Verwandte Themen:

Autorin

Martina Rutschmann

Martina Rutschmann

Meistgesehen

Artboard 1