Mein 2013 stand ganz im Zeichen der neuen Geburtsklinik. Es war ein herausforderndes Jahr. Bei der Bauplanung gab es viel zu bedenken, was es für einen geordneten Ablauf braucht und über das man in der Routine nicht nachdenken kann. Auch kann man die Konsequenzen nicht testen, da muss von Anfang an alles funktionieren. Die Frauen sollten ja nicht von unserem Umzug in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei mir und beim ganzen Team war die Anspannung schon gross: Seit Wochen war die Umzugsfirma bestellt, der Tag der offenen Tür war bereits kommuniziert. Aber es ist bei jedem Bauprojekt eine Zitterpartie, ob alles pünktlich fertig wird, weil so viel voneinander abhängt.

Der Umzug am 3. September hat dann sehr gut geklappt. Ich war schon morgens um 5 Uhr hier. Los ging der Umzug um 7.30 Uhr. Zu dem Zeitpunkt war in der alten Geburtsabteilung noch eine Frau am Gebären. Wir dachten, sie würde ihr Kind im neuen Gebärsaal zur Welt bringen. Aber das Kind hatte es eiliger und kam noch in der alten Geburtenabteilung. Es war Gott sei Dank die einzige Geburt am Umzugstag. Sonst wäre es wohl hektisch geworden. Denn die gesamte Belegschaft war mit ein- und auspacken beschäftigt. Zwar haben sich am frühen Morgen noch drei weitere Frauen gemeldet, aber das war dreimal Fehlalarm und wir konnten sie noch einmal nach Hause schicken.

Die Geburten waren sozusagen der ungeplante Faktor an diesem Tag. Der Umzug an sich war bis ins letzte Detail geplant. Jeder wusste, wann er wo Hand anlegen muss. Das Team hat super gearbeitet. Für mich war das eine tolle Erfahrung, wie gut die Teamarbeit funktioniert hat und wie viel Freude einem so eine Herausforderung machen kann. Es gab natürlich auch kleinere Probleme, so haben wir altes Mobiliar ins neue Haus gezügelt und da haben Anschlüsse nicht ganz gepasst. Glücklicherweise konnte das der technische Dienst sofort beheben. Um 17.30 Uhr war dann erst einmal Feierabend. Um 18 Uhr traten die ersten Frauen ein, um in der neuen Geburtsklinik zu gebären. Das war Zufall, aber wir alle waren dafür sehr dankbar.

Für mich war es der zweite Umzug in meiner Berufskarriere. Im deutschen Müllheim haben wir damals ein ganz neues Krankenhaus bezogen. Diese Erfahrung hat mir sicher geholfen. Im September war es dann insgesamt sehr anstrengend. Es ist statistisch gesehen der geburtenreichste Monat im Jahr. Und in den neuen Räumen war zwar alles eingerichtet, aber noch ungewohnt. Es braucht ein wenig Zeit, bis man sicher weiss, was wo am neuen Ort ist. Mittlerweile ist Routine eingekehrt. Und wir erhalten viele sehr positive Rückmeldungen.

Ich war dieses Jahr beruflich sehr eingespannt und hatte weniger Freizeit als sonst. Die Sommerferien habe ich nach dem Umzug nachgeholt, im November, mit einer Reise an die Sonne, auf die Kanarischen Inseln. Privat ist einiges liegen geblieben, aber es war trotzdem ein gutes Jahr. Ich bin sehr dankbar, dass ich nun zwischen Weihnachten und Neujahr frei habe.

Aufgezeichnet von Pascale Hofmeier