Muba
Neue Brauerei bietet Bier auf dem Möbel-Stockwerk

Volta Bräu betreibt die Bar in der Wohnausstellung, um sich einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Die beide Parteien können sich gut vorstellen, dass die Besucher nach dem Sofakauf etwas trinken oder essen möchten.

Silvana Schreier
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Noch ist es ruhig: Das Volta Bräu hofft aber auf viele Gäste, die den Weg in ihre versteckte Bar an der Muba finden.

Noch ist es ruhig: Das Volta Bräu hofft aber auf viele Gäste, die den Weg in ihre versteckte Bar an der Muba finden.

Roland Schmid

Ueli Bier, Unser Bier, Gleis 1 Bier, Basilike Bier. Basel ist bekannt für seine Biere. Im vergangenen November kam eine neue Brauerei hinzu: das Volta Bräu. In der gleichnamigen Bar im Nordstern-Gebäude können die Gäste die Entstehung des Biers hautnah mitverfolgen. Auf der Speisekarte stehen die hausgebrauten Biersorten, einige Longdrinks und eine Auswahl an Snacks.

Der Betrieb gehört zur Krafft Gruppe, die in Basel auch das Hotel Krafft und das «Consum» betreibt. «Es ist gut angelaufen», sagt Nicole Kohler, Marketing- und Kommunikationsverantwortliche der Krafft Gruppe. Dies vor allem dank des guten Standortes direkt neben dem Novartis-Campus. Dessen Mitarbeiter würden die Bar rege besuchen. Trotzdem wünschten sich die Barbetreiber eine bessere Verankerung im St. Johann-Quartier.

Um bei einem breiteren Publikum bekannt zu werden, schlägt das Volta Bräu nun einen neuen Weg ein: Es bietet seine Produkte an der Muba an, die am Freitag beginnt. Nicht etwa an einem gewöhnlichen Ausstellerstand – Volta Bräu wurde als Betreiber der Muba-eigenen Bar «Garage» ausgewählt. Von der Namensverwandtschaft zur Garage Basel, dem Nachtclub bei der Kuppel, wussten übrigens weder Nicole Kohler von Volta Bräu noch Simon Dürrenberger, Mediensprecher der Muba, Bescheid.

Bar zwischen Sofas und Betten

Im zweiten Stock, wo Möbel ausgestellt und verkauft werden, befindet sich ein Container. Er wurde von Stephan Musfeld, dem Inhaber des Pantheon-Museums in Muttenz, hergerichtet. Vor der Bar stehen auf Holzspänen ein Schrottauto und ein knallroter BMW-Oldtimer. Das Design gefällt Volta Bräu: «Es greift den Industrial Chic auf, wie er auch in unserem Lokal an der Voltastrasse anzutreffen ist», sagt Kohler. Angeboten werde in der Bar natürlich das hausgebraute, helle Bier «Volt». Ausserdem wurde eigens für die Muba ein Longdrink kreiert, der «Muba Mole». Zusätzlich werden weitere Getränke und einige kulinarische Kleinigkeiten serviert.

Die Bar liegt versteckt zwischen den Ständen von Möbel Pfister und Walter Frick Polstermöbel. Deshalb ergreifen die Messe und das Volta Bräu Werbemassnahmen: Mit Flyern, separater Ausschilderung, Wettbewerben und Facebook-Beiträgen wird auf die Bar aufmerksam gemacht.

«Eine Bar für jedermann»

Laute Musik, wie man es von einer Bar erwarten könnte, sei wegen den anderen Ausstellern nebenan nicht möglich. Auch kann Volta Bräu seinen Spiesse-Grill nicht aufstellen. Trotzdem können es sich beide Parteien gut vorstellen, dass die Besucher nach dem Sofakauf etwas trinken oder essen möchten.

«Wir möchten eine Bar für jedermann sein», sagt Kohler zur Frage nach der Zielgruppe von Volta Bräu. Die ganz Jungen trifft man an der Muba aber nicht an: «Die meisten Besucher sind älter als 25 Jahre», sagt Simon Dürrenberger, Mediensprecher der Muba. Doch für Kohler spielt dies keine Rolle: «Auch Familien und ältere Leute sind willkommen.» Genau ein solches Publikum wird höchstwahrscheinlich im zweiten Stock der Messehalle anzutreffen sein. Die Wohn-Ausstellung mit vielen Anbietern aus der hohen Preisklasse lockt zahlungsfähige Besucher an. Davon möchte auch Volta Bräu profitieren und sie von ihrem Konzept sowie von ihrem selbst gebrauten Bier überzeugen.

Die Messebetreiber hatten noch einen anderen Hintergedanken: «Wir wollten die etwas ruhigere Möbel-Ausstellung mit der Bar auflockern», erklärt Dürrenberger. Für beide sei dieses Projekt «Neuland», wie Kohler erzählt. Man wolle es ausprobieren. Wenn sich das Konzept bewähre, stehe einer weiteren Zusammenarbeit im nächsten Jahr nichts im Weg.