Baupläne

Neue Cafeteria bei Scientology im Basler Iselin-Quartier

Ein Blick in die neue Cafeteria der Scientology an der Burgfelderstrasse.

Ein Blick in die neue Cafeteria der Scientology an der Burgfelderstrasse.

Scientology hat eine Nachgenehmigung für den Betrieb einer Cafeteria eingereicht. Wird der Antrag bewilligt, bedeutet das mehr Spielraum bei den Öffnungszeiten. Thomas Erlemann vom Iselin-Quartiersekretariat steht der Sache kritisch gegenüber.

In ihrem Zentrum an der Burgfelderstrasse in Basel können sich die Mitglieder von Scientology bereits heute verpflegen. Allerdings nur aus dem Automaten. Das soll sich ändern: Scientology hat eine «Nachgenehmigung für eine Cafeteria» eingereicht.

Das Baugesuch kann seit dem 26. August beim Bau- und Gastgewerbeinspektorat eingesehen werden. Die Cafeteria sei wie bisher «grundsätzlich nur für Vereinsmitglieder», heisst es im Baugesuch. Annette Löffler, Mediensprecherin von Scientology, präzisiert auf Anfrage: «Das Café ist für jeden Gast der Kirche offen. Wir haben aber nicht vor, dies am Eingang speziell zu erwähnen.»

In der Cafeteria hat es Platz für 30 Personen. Zusätzlich verfügt sie über eine 45 Quadratmeter grosse Aussenterrasse. Eine Küche hat es nicht. Auf der Speisekarte stehen kalte Speisen wie Salat oder Birchermüesli.

Bisher galt das Café im Basler Zentrum der Organisation, der so genannten «Ideal Org», als Vereinswirtschaft. Für solche gelten gemäss Gastgewerbegesetz des Kantons Basel beschränkte Öffnungszeiten. Sie dürfen maximal an vier Tagen pro Woche während sechs Stunden geöffnet haben. Das ist Scientology zu wenig. Für die Cafeteria und die «Ideal Org» sollen die selben Öffnungszeiten gelten: Beide sollen also sieben Tagen pro Woche offen sein. «Deshalb haben wir einen korrekten Antrag gestellt», begründet Löffler.

Ein weiteres Lockvogel-Angebot

Thomas Erlemann vom Iselin-Quartiersekretariat Basel wehrt sich gegen Scientology, seit klar war, dass die Organisation im Iselin ein Zentrum plant. Die Pläne für eine Cafeteria findet er «problematisch»: «Die Sektenmitglieder werden das bestimmt als Lockvogel-Angebot nutzen.» Die «aggressive Werbung» der Scientologen auf der Strasse sei schon heute ein «grundsätzliches Problem». Gemäss Erlemann wäre es deshalb wichtig, etwas dagegen zu unternehmen. Da es sich bei der Cafeteria um eine «nachträgliche Genehmigung für etwas handelt, das die Scientologen bereits heute haben», sei es jedoch «schwierig».

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