Gesang
Neue Formate am Jugendchorfestival: «Wir machen nichts wie beim letzten Mal»

Die elfte Ausgabe des internationalen Jugendchorfestivals steht für ein verjüngtes Team und Experimente.

Anja Wernicke
Merken
Drucken
Teilen
Vom 9. bis 13. Mai präsentiert das beliebte Festival elf sorgfältig ausgewählte Chöre aus Europa in Basel-Stadt und Baselland.

Vom 9. bis 13. Mai präsentiert das beliebte Festival elf sorgfältig ausgewählte Chöre aus Europa in Basel-Stadt und Baselland.

Martin Toengi

Das Motto lässt aufhorchen: «Wir machen nichts wie beim letzten Mal», sagte Kathrin Renggli, die künstlerische und organisatorische Leiterin, bei der Programmpräsentation des 11. Europäischen Jugendchorfestivals. Natürlich stimmt das nicht ganz. Denn auch wenn sich hinter den Kulissen nach dem Ausscheiden von Raphael Immoos, David Wohnlich und Christoph Huldi aus dem künstlerischen Beirat das Team mit den beiden Chorleitern Oliver Rudin und Abélia Nordmann sowie dem Zürcher Komponisten Cyrill Schürch kräftig verjüngt hat, bleibt das Grundrezept doch gleich.

Am Auffahrtswochenende vom 9. bis 13. Mai präsentiert das beliebte Festival elf sorgfältig ausgewählte Chöre aus Europa in Basel-Stadt und Baselland. Sie kommen aus Dänemark, Finnland, Frankreich, Israel, Portugal, Russland, Schweden, Slowenien, Spanien und Ungarn.

Der 55-köpfige Drakensberg Boys Choir aus Südafrika ist der diesjährige Gastchor. Die Einladung ist für alle eine Auszeichnung, wie Kathrin Renggli betont: «Es gibt kein vergleichbares Festival, bei dem die Chöre so stark ausgewählt werden. Ausserdem unterstützen wir sie mit einer Reisekostenbeteiligung und bringen die insgesamt über 500 ausländischen Gäste bei Gastfamilien unter.»

Nach der Einladung beginnt für die Chöre die Arbeit. Denn Kathrin Renggli möchte mit ihnen neue Formate ausprobieren. Contemporary Concert Design ist das Stichwort. So werden unter dem Titel «Time is now» im Rhypark einige Regeln des klassischen Konzertformats wie Stillsitzen und Stillsein gebrochen.

Das Publikum stimmt ab

Im Wenkenhof darf das Publikum in einem demokratischen Prozess selbst über das Konzertprogramm abstimmen. In der Elisabethenkirche folgt das Programm dem Konzept eines Lichtdesigners. Bei anderen Formaten sollen die Grenzen zwischen Publikum und Aufführungen aufgelöst werden.

Drei Chöre wirken jeweils pro Konzert mit, aus Gastländern und der Schweiz. Denn beim Festival gehe es auch um Begegnungen, trotz dichtem Programm. Die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, die dem Verein als Präsidentin vorsitzt, betont, wie wichtig ihr als Aussenpolitikerin der Austausch ist: «Das bringt ein bisschen mehr Frieden auf der Welt.»

Auch innerhalb der Schweiz wird die Begegnung mit dem Projekt «Songbridge» gestärkt, bei dem Chöre aus den verschiedenen Sprachregionen mitmachen. Für den Beitrag des Bundes ist dieses Engagement entscheidend. Darüber hinaus wird das Festival von den Swisslos-Fonds Basel-Stadt und Baselland unterstützt. Mit bis zu 26 000 zahlenden Besuchern und Ticketeinnahmen in Höhe von 300 000 Franken bei einem Gesamtbudget von 1,1 Millionen Franken wird jedoch auch ein namhafter Eigenanteil generiert. Der Vorverkauf startet am 19. März.