Entstanden ist die Idee an einem Stadionkonzert mit 15'000 Besuchern. «Wir haben uns gefragt, wie viele Menschen es braucht, um alle Fragen zu beantworten, die es auf der Welt gibt», erzählt Jonas Schwarz. Heute ist die Betreuung der Frage-und-Antwort-App «ask mask» der Hauptjob des Baslers. Er hat bereits Erfahrungen mit Start-ups. Seine drei Gründer-Kollegen arbeiten noch in anderen Berufen.

Fast 4000 Themenbereiche

Auf der App bieten derzeit 650 Personen, davon 150 aus Basel, ihr Wissen aus 3850 Themenbereichen an. Um teilzunehmen muss man sich für mindestens drei anmelden. Schwarz erklärt: «Zu über 70 Prozent geht es um Empfehlungen zu Themen wie Versicherung, Coiffeur, Ernährung, Sport, Gesundheit, Freizeit, Reisen oder Kinder.»

Das Wissen bei «ask mask» wird weder durch eine Suchmaschine wie Google generiert, noch wird eine Gruppe wie bei Facebook gegründet. Die App vernetzt stattdessen eins zu eins Wissende mit Fragenden. Beide erhalten eine Maske auf die App und bleiben anonym. Es sei denn, sie wollen ausdrücklich Kontakt mit der anderen Person aufnehmen. «Bei etwas über zehn Prozent geht es um Dating. Das ist ok», urteilt Schwarz. «Persönliche Daten sammeln wir keine», betont er. Themenbereiche wie Drogen oder Kinderpornografie schliesse man aus, Prostitution habe man bisher nicht gehabt.

Erstaunlich viele Fragen werden sehr schnell beantwortet, manche nicht. «Das war einmal bei einem Kuchenrezept so. Die Information zur Reparatur eines Mountainbikes hingegen kam ruckzuck», wundert sich Schwarz.

Eine wichtige Zielgruppe für die App sind Expats, die Informationen über Basel suchen und diese von Einheimischen erhalten. Dabei würden manche Leute schon automatisch auf Englisch schreiben.

Jetzt kommen alle Smartphones

Derzeit werden etwas über 75 Prozent der Fragen beantwortet, auf manche gibt es bis zu zehn Antworten. Je mehr die Teilnehmerzahl zunimmt, desto besser wird auch diese Quote werden. Während «ask mask» bisher nur über IOS, also Apple-iPhones lief, wird es dieser Tage auch auf Android-Smartphones aufgeschaltet, was die potenzielle Nutzergruppe und damit das gesammelte Wissen erheblich vergrössern dürfte.

Geld oder Belohnungen gibt es nicht für die Beantwortung von Anfragen, die als Push-Meldungen auf die Smartphones geschickt werden. Schwarz berichtet: «Wir haben uns die Frage gestellt, ob es ein Belohnungssystem braucht, aber schnell gemerkt, dass wir die Finger davon lassen müssen.» Die Gründer haben viele Rückmeldungen von Menschen erhalten, die es schätzen, gefragt zu werden. «Die Leute helfen gerne und sagen, das gibt ihnen ein gutes Gefühl.»

Im Sommer 2019 soll die App selbsttragend sein. Erreichen will man das, indem Anbieter von Dienstleistungen sich gegen Bezahlung aufschalten lassen können. Derzeit gibt es 30 Dienstleister unter den 650 Teilnehmern, die aber noch nichts zahlen. Schwarz sieht kein Problem am Geschäftsmodell: «Wenn wir von den Nutzern eine negative Rückmeldung zu einem Angebot erhalten, können wir es blockieren.»

www.askmask.ch