Syngenta

Neue Grossraumbüros, die gar nicht gross erscheinen

Beim Badischen Bahnhof investiert der Agrochemiekonzern Syngenta 207 Millionen Franken in neue Büros und ein 1000-plätziges Personalrestaurant, welches im August eröffnet.

Vergessen Sie, was Sie über Grossraumbüros wussten oder zu wissen glaubten. Die neuen Syngenta-Büros in Basel sind anders, so anders, dass man sich kaum in einem Grossraumbüro wähnt. Der Raum ist stark gegliedert, überall sind Sitzgruppen mit schallisolierenden Stellwänden zu finden.

Rückzugsmöglichkeiten

Wers noch ruhiger will, zieht sich in eine der «quiet room»-Kabinen zurück, die vielleicht nicht gerade gemütlich, aber sicherlich zweckmässig sind. Vorherrschend sind die Farben beige und lindgrün – Firmenfarben, gewissermassen. Alle haben Laptops und können sich auch schon mal verziehen, wenn dicke Luft herrscht oder Höchstkonzentration angesagt ist.

Die Desks sind in der Höhe verstellbar, man kann also auch stehend arbeiten. Die ersten Mitarbeiter sind jetzt am Umziehen, die ersten Reaktionen seien sehr positiv gewesen, sagt Christoph Mäder, Chef von Syngenta Schweiz, auf einem Rundgang für die Medien. In das Konzept seien sehr viele Erfahrungen mit bereits bestehenden Grossraumbüros eingeflossen. «Das Gebäude war völlig ausgekernt.

Das hatte den Vorteil, dass wir die Räume völlig neu konzipieren konnten.» Und vor allem grosszügig: Pro Mitarbeiter stehen inklusive der Gesprächszonen 23 Quadratmeter zur Verfügung. Im jetzt fertiggestellten 8-stöckigen Gebäude ziehen nun die Finanzabteilung, die Büros für Forschung und Entwicklung (Forschung selbst wird dort nicht betrieben), die Registrierung und die Abteilung «Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz» ein. Als Nächstes kommt die Renovation des Nachbargebäudes dran. Diese soll bis Mitte 2016 beendet sein.

Ursprünglich Geigy-Sitz

Das Areal gegenüber dem Badischen Bahnhof war ursprünglich Geigy-Hauptsitz. Die Gebäude sind in die Jahre gekommen und werden seit 2012 sukzessive umgebaut oder abgerissen, wie etwa das «Hochhaus» an der Schwarzwaldallee aus den 50er Jahren. Dieses sei derart unpraktisch und uneffizient, dass sich Syngenta für einen Neubau entschieden habe. Trotz grossem Kubus würden dort nur gerade 150 Menschen arbeiten.

Der auf 2018 geplante Neubau, das Empfangsgebäude, sei nur vier Stockwerke hoch und würde die Sicht auf den Bahnhof nicht verbauen, so Mäder. Die erlaubte Bauhöhe würde damit deutlich unterschritten. Im Endausbau wird sich denn der Hauptsitz als halb offenes U präsentieren, mit einer parkähnlichen Anlage in der Mitte. Bis dann wird Syngenta 207 Millionen Franken investiert haben.

Bemerkenswert ist auch das von SV Service betriebene Personalrestaurant mit 650 und einer Cafeteria mit 350 Plätzen. In der «Gartenwirtschaft» finden 150, im Boulevardcafé 100 Menschen Platz. Im weiteren gibt es ein Gästerestaurant.

Insgesamt zählt Syngenta auf diesem Areal 1800 Mitarbeitende, dazu kommen 400 Beschäftigte, die für Syngenta arbeiten, aber nicht angestellt sind (zum Beispiel in der Hauswartung). Im südlich angrenzenden Areal sind bei 25 weiteren Firmen und Instituten nochmals 1000 Menschen beschäftigt – unter anderem bei Unternehmen wie BASF, Novartis Animal Health, Solvias, Friedrich Miescher-Institut oder das Departement für Biosysteme der ETH.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1