Luzernerring

Neue Haltestelle ist nicht behindertengerecht und muss umgebaut werden

Die Tramhaltestelle an der Kreuzung Luzernerring-Burgfelderstrasse wurde erst kürzlich umgebaut. Doch die Bagger müssen bald wieder auffahren. Die Höhe der Haltestellenkante entspricht nicht dem Standard des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Nach gut einjähriger Bauzeit stehen die Arbeiten an der Kreuzung Luzernerring-Burgfelderstrasse kurz vor dem Abschluss. Doch schon jetzt ist klar: Die Bagger werden bald wiederkommen. Denn die bereits weitgehend fertiggestellten beiden neuen Tramhaltestellen müssen noch einmal umgebaut werden.

Bei genauem Hinsehen fällt auf: Die Höhe der Haltestellenkante beträgt nur 17 und nicht 27 Zentimeter. So viel würde aber das Behindertengleichstellungsgesetz vorschreiben, denn das ist die Höhe, die es braucht, damit Rollstuhlfahrer ebenerdig ins Tram gelangen können. Und natürlich ebenso alte Menschen mit Rollator, oder auch Leute, die mit Kinderwagen oder schwerem Koffer unterwegs sind.

Die erste Haltestelle gibt es schon

Eine erste solche Basler Tramhaltestelle wurde kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt. In Betrieb genommen wird sie allerdings erst, wenn die Linie 8 dereinst bis nach Weil fahren wird. Bis dahin wenden die 8er an der alten Haltestelle an der Wiese.

Diese und die anderen 211 BVB-Haltestellen würden nach und nach umgebaut, vor allem dann, wenn ohnehin Bauarbeiten anfielen, versprach Adrienne Hungerbühler von der Mobilitätsplanung beim Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt. Die genauen Kosten kann das Baudepartement noch nicht beziffern, sie sollen sich auf zwischen 100 und 200 Millionen Franken belaufen.

Alte Basler Trams

Doch warum ist das am Luzernerring nicht geschehen? «Die älteren, unter anderem auf der Dreier-Linie im Einsatz befindlichen Fahrzeuge der BVB können nicht an der hohen Kante halten, da sonst das Trittbrett aufschlägt», erläutert Hungerbühler. Nur die Trams der BLT und die BVB-Combinos können die Haltestellen mit höheren Kanten anfahren - und von solchen Fahrzeugen haben die BVB zu wenige. Ein vorübergehender Einsatz von Combinos der Linien 6 oder 8 auf der 3er-Linie sei aus betrieblichen Gründen nicht sinnvoll, erklären die BVB. Erst mit den Flexity-Trams, deren Auslieferung nächstes Jahr beginnt und 2017 abgeschlossen sein wird, ändert sich die Situation.

Daneben haben die BVB begonnen, Trams, die auch nach 2017 als Reserve in Basel verkehren werden, umzubauen. Das sei sehr aufwendig, erklärt Andreas Imhof, Leiter Instandhaltung Schienenfahrzeuge bei den BVB. Bisher wurden sechs Kompositionen den neuen Normen angepasst. Für den Regelbetrieb auf der Linie 3 würden acht Trams genügen, doch wegen des Netzbetriebs, bei dem auch Fahrzeuge ausserhalb der angestammten Linien verkehren, würde das nicht ausreichen, erläutert er.

BLT sind weit voraus

Schneller und technisch einfacher geht es bei der BLT. Sie hat bereits sämtliche älteren Fahrzeuge, die auch nach der Auslieferung aller Tango-Fahrzeuge gebraucht werden, den neuen Normen angepasst.
Wenn es mit den Basler Trams hapert, warum hat man den Umbau der Tramhaltestelle nicht zeitlich nach hinten verschoben? Immerhin dauern die gesamten Arbeiten im Bereich Luzernerring-Wasgenring (LUWA) noch über zwei Jahre.

Eine solche Verschiebung wäre letztendlich teurer geworden und auf wenig Verständnis gestossen, meint LUWA-Projektleiter Thomas Weiss. Wie viel der Umbau des Provisoriums kosten wird, kann er nicht sagen. Das sei aber weniger aufwendig, als man sich das vorstelle. So unsicher die Kosten, so sicher ist: In zwei Jahren sind die Bauarbeiten am Luzernerring abgeschlossen, doch bald darauf werden an den neuen Haltestellen erneut die Baumaschinen auffahren.

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