«Neu? Ah stimmt, die Fähre ist neu. Das fällt uns erst jetzt auf, wo Sie es sagen. Ja, der Holzboden ist noch so schön.» «Mit gefällt sie sehr gut», meint Jonna Rasmussen auf den zweiten Blick. Martin Villiger nickt zustimmend.

Er fügt schmunzelnd an, nun sehe man wieder besser, dass sie unten blau-weiss gestrichen sei - in den Zürcher Farben. Beide finden es schön, dass die Kabine aussen doch noch mit Holze verbaut ist - nicht wie die St.-Alban-Fähre.

«Gesetz ist nun mal Gesetz»

«Also mir wäre lieber gewesen, sie bestünde ganz aus Holz. Für mich hat es zu viel Kunststoff», sagt Jonas Burri. Dass dies aus Sicherheitsgründen so ist, bezeichnet er als Witz, es sei ja noch nie etwas passiert.

Ähnlich tönt es bei Remy Wirz, dem Ueli-Fährimaa. Es habe noch nie gross Unfälle gegeben wegen des Holzes, deshalb seien die Sicherheitsbedenken vielleicht etwas übertrieben.

Aber Gesetz sei nun einmal Gesetz. «Und ich bin ein Hölziger», sagt er lächelnd und schätzt sich glücklich mit seiner «alten» Fähre. «Auch ich bin eine Nostalgikerin und finde die alten Fähren schöner mit mehr Cachet», nickt Fahrgast Andrea Stoop.

Die Fähre reagiert schneller

Münsterfährimaa Bernard Thurneysen lobt jedoch: «Sie haben sich grosse Mühe gegeben mit der Vogel-Gryff-Fähre, und sie ist sehr schön herausgekommen. Sie passt ins Stadtbild.» Diese Meinung teilt Martin Reidiger, Fährimaa der St.-Alban-Fähre. Er meint, offenbar habe man aus Fehlern gelernt. Reidiger durfte schon mit der neuen Fähre fahren.

Fährimaa Urs Zimmerli rühmt: «Sie ist schneller als die alte!» Allerdings muss er sich daran gewöhnen, dass sie auch schneller reagiert. Deshalb seien die Fahrten manchmal noch etwas unruhig. Gewöhnungsbedürftig war auch die neue Stange. «Zuerst habe ich sie verflucht, doch sie gibt vor allem den älteren Gästen Sicherheit beim Einsteigen, und das ist sehr gut.»

Von den Leuten habe er bisher nur Positives über seine neue Fähre gehört. Auch dass man mehr Beinfreiheit habe, weil die Fähre grösser sei, stosst auf Anklang. Die Fenster sähen ebenfalls gut aus, würden die Fahrgäste sagen. Zimmerli selber mag, dass er nun im Innern viel Licht hat. Und für das elektrische Licht sorgen neu Solarpanels auf dem Dach.

«Die Panels stören», findet jedoch eine älter Dame. Sie hätte es schöner gefunden, wenn auch alle Fenster die gleiche Form hätten. «Die Bullaugen passen nicht.» Bullaugen gehörten auf ein Schiff, nicht auf eine Fähre, kritisiert auch Ueli-Fährimaa Wirz.