Abfall in Basel
Neue Littering-Kampagne: Ein «Drecksack», der sauber macht

Jedes Jahr wenn die Temperaturen steigen und sich die Menschen vermehrt im Freien aufhalten, nimmt auch das Littering zu. Eine neue Littering-Kampagne will dies nun mit dem «Drecksack» ändern.

Christoph Hirter
Drucken
Teilen
Der neue «Drecksack», der Basel sauberer machen soll.

Der neue «Drecksack», der Basel sauberer machen soll.

Nicole Nars-Zimmer

Der «Drecksack» ist das neue Wundermittel gegen die Vermüllung der Basler Innenstadt. Wenn die warmen Sommertage die Basler Scharenweisen ans Rheinufer und in öffentliche Parks ziehen, dann sind die Schattenseite dieses mediterranen Lebensgefühls Tonnen von Abfall, die achtlos liegen gelassen werden – sogenanntes Littering.

Die bereits getroffenen Massnahmen zur Eindämmung bilden eine lange Liste, die von zusätzlichen Abfallkörben, Prävention, Aufklärung bis Bussen reicht. Seit Donnerstag ist die Liste um den «Drecksack» reicher.

Mit der Aktion «Ein macht sauber» setzen die Basler Littering-Gespräche auf eine neue Strategie im Kampf gegen den Müll. Statt wie bisher mit dem Zeigefinger auf Abfallsünder zu zeigen, werden mit der Kampagne Personen «belohnt und nicht bestraft», wie Regierungsrat Christoph Brutschin am Donnerstag vor den Medien sagte.

Das Modell funktioniert wie folgt: Wer in den nächsten acht Wochen bei teilnehmenden Restaurants, Läden oder Kiosken Essen zum Mitnehmen kauft, bekommt den «Drecksack». Nach dem Essen packt man den Abfall in den Plastiksack und entsorgt diesen in einem der 29 speziell bereitgestellten Container.

Wer einen Drecksack entsorgt, kann zudem an einem Gewinnspiel teilnehmen. Die Teilnehmer erwarten über 60‘000 Preise.

Basel leidet schon länger unter dem Littering-Problem:

Ein Mitarbeiter der Stadtgärtnerei sammelt liegen gelassenen Abfall ein im St. Johanns-Park in Basel.
8 Bilder
Die von Grills stammenden Brandlöcher sind mit einem Fähnchen markiert.
Brandlöcher von Grills prägen das Bild.
Basels Pärke leiden unter Littering und Brandflecken
Abfall liegt vor einem Mülleimer.
Mitarbeiter der Stadtgärtnerei reparieren ein Brandloch im Rasen.

Ein Mitarbeiter der Stadtgärtnerei sammelt liegen gelassenen Abfall ein im St. Johanns-Park in Basel.

Keystone

Verschiedene Aktionen wurden bereits lanciert, um auf das Thema Littering aufmerksam zu machen und eine Verhaltensänderung zu erreichen:

Zwischen dem Solitude-Park und der Dreirosenbrücke wurden die Abfallkübel für einen Monat eingekleidet.
27 Bilder
Verwandelt in «Kunstkübel» stehen dem Rhein entlang mehr als 60 Abfalleimer in neuem Gewand.
Künstlerinnen und Künstler haben auf Blachen das Thema Littering thematisiert.
Farbig, illustrativ und originell.
Eine Jury hat bereits 15 Blachen prämiert.
Diese werden an der Kunstmesse Scope vom 10. bis zum 16. Juni ausgestellt
– und dort vielleicht sogar verkauft.
Kunst gegen Littering: Diese «Kunstkübel» schmücken das Rheinufer
Die fünf „Kunstkübel“ mit den meisten Stimmen werden ebenfalls an der Scope zu sehen sein.
«Littering wird immer schlimmer», sagt Martin Gruber vom Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt.
Zwar nicht bei Dauerregen.
Sobald aber die Sonne scheint und das Rheinbord wieder von Sonnenhungrigen gestürmt wird, bleibt der Abfall liegen.
Die Zahlen kennt Alexander Isenburg, Leiter Stadtreinigung Basel-Stadt: 5000 Tonnen Wischgutmenge (Abfall, der in den Eimern oder am Boden liegt) fallen jährlich an.
Davon werden 1500 Tonnen durch Littering verursacht.

Zwischen dem Solitude-Park und der Dreirosenbrücke wurden die Abfallkübel für einen Monat eingekleidet.

Zur Verfügung gestellt

Aktuelle Nachrichten