Basler Fasnacht
Neue Obfrau Inderbitzin: «Männercliquen müssen keine Angst vor mir haben»

Es ist eine kleine Sensation: Erstmals in der Geschichte des Fasnachts-Comités wird eine Frau dessen oberster Chef. Ändern wird sich trotzdem kaum etwas, wie die frisch gewählte Obfrau Pia Inderbitzin selber sagt.

Martina Rutschmann
Drucken
Teilen

Mitten im Sommer lädt das Fasnachts-Comité zu einer Medienorientierung. Warum bloss? Dauert die Fasnacht neu vier Tage? Werden Larven abgeschafft? Pferde verboten? Nein, es geht um etwas anderes: Mit Primarlehrerin Pia Inderbitzin (62) hat ab 1. Juli eine Frau das Sagen beim Comité.

Frau Inderbitzin, Gratulation! Sie sind die erste Frau an der Spitze des Comité. Warum übernehmen sie den Job von Christoph Bürgin?

Pia Inderbitzin: Ich habe mein Pensum in der Schule reduziert und nach einer neuen Herausforderung gesucht. Nach Jahren in der Nachwuchsförderung beim Comité freue ich mich auf das neue Amt, das ich mit meiner ganzen Energie übernehmen werde.

Pia Inderbitzin wird neue Obfrau
5 Bilder
Wird die erste Obfrau überhaupt: Pia Inderbitzin
...
...und löst somit Obmann Christoph Bürgin ab.
...

Pia Inderbitzin wird neue Obfrau

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Wird die Nachwuchsförderung zu kurz kommen, jetzt, da Sie zusätzliche Aufgaben übernehmen?

Bestimmt nicht. Meine Nachfolgerin in dem Bereich, Kathrin von Bidder Spichty, arbeitet genauso intensiv dafür wie ich es tat. Man muss einfach am Ball bleiben, das ist wichtig.

Das Thema Frauen und Fasnacht ist ein Dauerbrenner, wenn man bedenkt, dass es nach wie vor reine Männercliquen gibt. Ist die Zeit reif für eine Frau an der Spitze?

Aber sicher! Ich halte guten Kontakt mit den Männercliquen, die Zusammenarbeit verläuft gut, die Männercliquen müssen keine Angst vor mir haben.

In welche Richtung werden Sie das Comité steuern?

Bewährtes werde ich weiterführen. Bestimmt wird es auch Veränderungen geben, voraussichtlich administrativer Natur.

Und gegen Aussen? Wird man da keine Veränderungen sehen und spüren?

Die Obfrau trägt im Gegensatz zu den männlichen Vorgängern einen roten und keinen schwarzen Hut. Sonst kann ich derzeit noch nichts sagen. Sie können mich nach 100 Tagen nochmals fragen, so, wie dies bei Regierungsräten üblich ist (lacht).

Gut, ist notiert. Eine Frage noch: Was hat es mit dem roten Hut auf sich?

Ich trage einen roten Hut, seit ich Mitglied des Comités bin, also seit 18 Jahren. Ich finde, eine Frau geniesst diesbezüglich mehr Freiheiten und kann sich das erlauben. Ich werde auch als Obfrau einen roten Hut tragen. So sieht man mich auch besser, da ich ja nicht sehr gross bin.

Aktuelle Nachrichten