Die ersten Stellungnahmen zum Variantenentscheid für das Herzstück fielen am Mittwoch sowohl in der Stadt als auch auf dem Land sowie von links bis rechts positiv aus: Mit den beiden Haltestellen Klybeck und Mitte würden zwei der wichtigsten Arbeitsplatzgebiete des Kantons «ideal» erschlossen, kommentiert der Basler Gewerbedirektor Gabriel Barell. Gut sei zudem, dass auf den Bau «unnötiger und teurer» Tiefbahnhöfe verzichtet werde, so Barell.

Martin Dätwyler, Vizedirektor der Handelskammer beider Basel, ergänzt mit Blick auf das gesamte S-Bahnnetz: Neben der Haltestelle Klybeck an der Durchmesserlinie seien die neuen S-Bahnstationen Wolf (Dreispitz), Solitude (Roche) und Apfelsee (Dornach) geplant. «Allesamt Gebiete, die für die Wirtschaft von grosser Bedeutung sind», fügt Dätwyler an.

Von Paris direkt zum Marktplatz

Grünen-Grossrat Michael Wüthrich – er präsidiert die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission – hält ebenfalls «sehr viel» vom Vorschlag der beiden Basel und des Konsortiums Bahnknoten Basel. «Aus Sicht der Stadtentwicklung haben wir nun die Lösung mit dem grössten Potenzial auf dem Tisch.» Im Pendelverkehr ergäben sich neue Perspektiven – das gelte sowohl für Zupendler in die Stadt, als auch für Basler, die anderswo arbeiteten.

Bestechend an der Variante sei zudem, dass der Bahnhof SBB relativ einfach vom Kopf- in einen Durchgangsbahnhof umfunktioniert werden könne. Wüthrich ist überzeugt, dass man beim Bund nun wohl von alleine auf die Idee kommen werde, den Fernverkehr ins Herzstück reinzupacken und zusätzliche Gelder zur Verlängerung der Perrons an den Haltestellen zu sprechen. Dann wäre es möglich, direkt von Paris die Basler Stadtmitte anzufahren – und umgekehrt.

Die Kompatibilität für den Fernverkehr hält Handelskammer-Vize Dätwyler für wichtig. Nun seien der Bund und die SBB gefordert. Einzige Schwäche des gelungenen Konzepts sei, dass «wir nun schon sehr lange darauf warten.»

Zentral sei, dass das vorliegende Konzept in den Ausbauschritt Step 2030 reinkomme. Der Verteilkampf um Geld aus Bundesbern werde hart, prognostiziert Dätwyler. Er findet aber, dass die Region Basel selbstbewusst auftreten solle nach dem Motto: «Wenn wir weiterhin ein Wirtschaftsmotor für die Schweiz sein sollen, dann brauchen wir eine Infrastruktur, die Prosperität zulässt.»

Auch Hannes Schweizer (SP), Präsident der landrätlichen Bau- und Planungskommission, macht auf das grosse Volumen der eingegeben Projekte aufmerksam. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoll, dass der Y-Ast Richtung St. Johann als mögliche zweite Etappe ausgeschieden werde. Dies lasse Spielraum, falls der Bund nicht aufs volle Programm einsteige. «Gut finde ich, dass nun ein Projekt vorliegt, hinter dem alle Player stehen», fasst er zusammen.