MCH Group
Neue Pläne für Basler Messehallen: Eigentliches Messegeschäft liegt trotz Auslastung der Infrastruktur brach

Die MCH Group macht Andeutungen für einen neuen Partner, um das Messegeschäft zu beleben.

Christian Mensch
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Bald Fachausstellungen und Events in den Hallen der MCH Group? (Archivbild)

Bald Fachausstellungen und Events in den Hallen der MCH Group? (Archivbild)

Nicole Nars-Zimmer

Die Infrastruktur der Basler Messehallen ist ausgelastet wie seit Jahren nicht mehr. In der Halle 1 ist auf 7'000 Quadratmeter eine Co-Kart-Bahn installiert, deren Elektro-Boliden coronabedingt derzeit allerdings in den Boxen stehen. Geplant ist in einer anderen Halle ein grosses Impfzentrum einzurichten. Fest eingerichtet haben sich im Congresszentrum schliesslich Grosser Rat und Landrat, die dort ihre Sitzungen abhalten.

Das eigentliche Messeschäft liegt jedoch – nicht nur coronabedingt – darnieder. Bereits musste die MCH Group auf das neue Messecentrum grosse Abschreiber tätigen, was der Rechnung einen Millionenverlust in dreistelliger Höhe bescherte. Einzelne Aktionäre verlangten denn auch, dass die MCH Group die Hallen abstossen sollen. In diesem Zug hat sich Basel-Stadt etwa schon bereiterklärt, das zum Messekomplex gehörende Musical-Theater zu übernehmen.

Ein Joint-Venture zur Lancierung neuer Ausstellungen

Nun sind bei der MCH Group offenkundig neue Pläne in der Pipeline. Im Hinblick auf die von einer ausserordentlichen Generalversammlung bewilligten, zweistufigen Kaptialerhöhung kommunizierte das Unternehmen, die MCH Group habe mit einem strategischen Partner ein «nicht bindendes Term Sheet» abgeschlossen, das die Gründung einer Joint-Venture-Gesellschaft mit Sitz in Basel beinhaltet. Zweck dieser neuen Firma wäre die Organisation und Lancierung von Fachausstellungen und Events «hauptsächlich in den Messehallen der MCH Group».

Messesprecher Christian Jecker sagt auf Anfrage, dass zu diesen spärlichen Informationen derzeit nichts hinzuzufügen sei. Die Firma sei jedoch verpflichtet gewesen, diese Information im Prospekt für die Kapitalerhöhungen zu publizieren, da sie möglicherweise einen Einfluss auf die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens hat. Entsprechend unklar bleibt denn auch, wer dieser Partner sein könnte, wie die Frage, ob die Infrastruktur künftig auch Teil dieser Gesellschaft sein wird.

Der Einstieg von James Murdoch ist besiegelt

Nach der am Freitag virtuell abgehaltenen Generalversammlung ist nun aber die Bilanzsanierung samt Kapitalerhöhung gesichert. Die Anträge des Verwaltungsrates erhielten eine Zustimmung von 96 Prozent der Stimmen. 84 Prozent der Aktiennennwerte haben an der Abstimmung teilgenommen. Der erste Schritt, bei dem Basel-Stadt ein Darlehen teilweise in Aktien umwandeln kann, erfolgt zwischen dem 30. November und dem 4. Dezember.

Im zweiten Schritt wird sich die Lupa Systems von James Murdoch als neuer Ankeraktionär der MCH Group mit einem Anteil von bis zu 49 Prozent am Unternehmen beteiligen. Die genauen Bedingungen werden am 7. Dezember kommuniziert. Im Anschluss werden Murdoch und zwei seiner Partner in den Verwaltungsrat der MCH Group gewählt.