Die kommunale Abwasserreinigungsanlage (ARA) Basel entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und genügt den Anforderungen der Gewässerschutzgesetze nur noch bedingt. Deshalb wollen die beiden Basel rund 295 Millionen Franken in die vollständige Erneuerung der Anlage investieren.

Die beiden Regierungen haben die entsprechenden Vorlagen an die Parlamente in Basel-Stadt und Baselland verabschiedet, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Die von der ProRheno AG betriebene ARA in Kleinhüningen arbeite seit einigen Jahren an der Belastungsgrenze. Sie überschreite immer wieder die Grenz- und Richtwerte der Gewässerschutzgesetze.

Die 1982 in Betrieb genommene ARA sei eine der wenigen Grosskläranlagen im Rheineinzugsgebiet, die noch keine Stufe zur Reduktion von Stickstoff habe, heisst es weiter. Deshalb müsse die Anlage «zwingend» für die Reinigung des Abwassers von Stickstoffverbindungen ausgerüstet werden.

Bis 2040 ausgelegt

Hinzu komme, dass seit 2016 bei Kläranlagen ab einer Grösse von 80'000 angeschlossenen Einwohnern eine Stufe zur Verringerung von Mikroverunreinigungen (MV-Stufe) gefordert werde. Die ARA müsse deswegen eine Ausrüstung zur Stockstoffelimination erhalten, schreiben die beiden Regierungen. Diese werde mit Beiträgen aus der Bundesabwasserabgabe gefördert. Ein entsprechender Antrag werde an den Bund gestellt. Geplant ist auch eine neue Anlage, mit der das aus der Schlammfaulung gewonnene Biogas in das städtische Gasnetz eingespeist werden kann.

Schliesslich sollen zusätzliche Photovoltaikelemente auf dem Dach der neuen ARA Basel installiert werden. Damit könne die Energiebilanz der Anlage optimiert werden. Der geplante Ausbau werde auf die bis 2040 erwartete Bevölkerungsentwicklung ausgelegt. Miteinbezogen würden auch die absehbaren Veränderungen bei den gewerblichen Einleitern, heisst es weiter. Die neue Anlage könne auch vorbehandelte Abwässer aus der ARA Chemie aufnehmen und reinigen. Die dafür notwendigen Investitionen werden auf die Einleiter der Chemie überwälzt.

Stadt übernimmt Grossteil

Die bisherige ARA Basel müsse im laufenden Betrieb vollständig erneuert werden. Die beiden Regierungen schätzen die Ausgaben für die Totalerneuerung auf 295 Millionen Franken, plus/minus 10 Prozent. Bereits früher bewilligt wurden 13,1 Millionen für die Projektierung.
Zwei Drittel der Sanierungskosten werden für die Erweiterung der mechanischen und biologischen Reinigung, die neue MV-Stufe sowie die Faulgasanlage ausgegeben.

Der Kanton Basel-Stadt übernimmt mit 234,6 Millionen Franken rund 83 Prozent der Ausgaben, weil im Stadtkanton der grösste Teil des in der ARA Basel gereinigten Abwassers entsteht, wie die beiden Regierungen festhalten. 47,7 Millionen Franken entfallen auf den Kanton Baselland.

Die Bauarbeiten sollen im zweiten Semester des laufenden Jahres beginnen. Die Inbetriebnahme ist für den Herbst 2024 vorgesehen.