Gastronomie

Neue Töne in der Basler Bar-Szene

Bald ist fertig Baustelle: Christoph Müller, Valentin Brotbek und Matthias Bühlmann.

Bald ist fertig Baustelle: Christoph Müller, Valentin Brotbek und Matthias Bühlmann.

Christoph Müller und Matthias Bühlmann eröffnen im Kleinbasel «Damatti», eine Kaffeebar, die sich insbesondere an Musiker richtet.

Man kennt sie in der klassischen Musikszene: Der Cellist Christoph Müller leitet unter anderem das Festival in Gstaad, der Fagottist Matthias Bühlmann spielt im Kammerorchester und im Sinfonieorchester Basel. Jetzt schlagen die beiden neue Töne an: Sie begeben sich in die Gastronomie.

«Damatti» heisst das «Caffè», das sie am Montag eröffnen. Es soll zu einem Musikertreffpunkt werden. «Ein solcher fehlt unserer Ansicht nach in Basel. Vor oder nach den Konzerten verteilen sich die Profis in der Stadt, es gibt keinen Ort mehr, wo man hingeht, im Wissen, dass man auf andere Musiker trifft.» Mit ihrem Netzwerk möchten sie das ändern und offerieren professionellen Musikschaffenden einen kleinen Rabatt: 10 Prozent.

Warum machen sie das im Kleinbasel, zwischen Wettstein- und Claraplatz? Die klassische Szene wähnt man doch eher auf Grossbasler Seite. Die Standortwahl sei nicht zufällig, sondern Ausgangslage für das Projekt und dessen Finanzierbarkeit. Die Liegenschaft an der Ecke Kirchgasse/Riehentorstrasse ist im Besitz von Matthias Bühlmann. Als die Räumlichkeiten im Parterre frei wurden, plante er zunächst, sie zu vermieten.

Viele Gastronomen bekundeten Interesse. Das weckte eigene Begehrlichkeiten: Bühlmann wie auch sein Freund und Musikerkollege Müller vermissten in Basel eine Kaffeebar mit Italianità und guten Panini, wie man es einst vom Caffè Stoffero an der Stänzlergasse kannte.

Dort standen zahlreiche Musiker im Service, bei Damatti stehen sie im Handelsregister. «Wir haben das Konzept aufgesetzt, geplant, sind aber nicht täglich vor Ort», sagt Müller. «Valentin Brotbek hat das Wirtepatent und wird das Lokal führen.»

Und was schwebt ihnen vor? «Wir sind Geniessertypen, italienische Produkte haben es uns angetan», sagt Müller. Im Wissen um den umkämpften Gastromarkt, fokussieren sie sich daher vorzugsweise auf Produkte, die in Basel nirgends sonst erhältlich sind: eigens für «Damatti» geröstete Kaffeemischungen etwa, oder Bresaola aus Chiavenna; diesen Schinken aus Ochsenfleisch bieten sie schweizweit exklusiv an.

Für die Zukunft können sie sich im «Damatti» auch kleine Konzerte vorstellen. Und die Hintergrundmusik? Soll gar nicht zwingend Vivaldi oder Verdi sein, sagt Müller. Er denkt eher an Canzoni von italienischen Cantautori und Cantautrici.

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