Neue Zeitung
Neue Zeitung: Mehr Basel am Sonntag

Morgen erscheint der «Sonntag» erstmals mit Basler Bund. Dieser wird von einer neuen vierköpfigen Redaktion produziert. Die Redaktion wurde neu formiert, aufgestockt und die Räumlichkeiten in das Zentrum der Stadt Basel verlegt.

Moritz Kaufmann
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Morgen erhält Basel eine eigene Sonntagszeitung. «Der Sonntag», die Sonntagszeitung der AZ Medien AG, zu der auch die az/bz-Titel gehören, lanciert einen neuen Bund für Basel. Dieser wird von einer neuen vierköpfigen Redaktion produziert. Zwar beinhaltete «Der Sonntag» schon bisher einen Regionalteil für das Baselbiet und die Region.

Dieser wurde von einem kleineren Team in Liestal geschrieben. Für den neuen Basler «Sonntag» wurde die Redaktion neu formiert und aufgestockt sowie die Räumlichkeiten in das Zentrum der Stadt Basel verlegt. Die Ausrichtung ist klar: Der Basler «Sonntag» soll umfassender und schlagkräftiger aus und für die Region Basel berichten. Das zeigt sich auch auf der Frontseite: Diese wird neu regional gestaltet.

Mehr Analyse und Hintergrund

Redaktionsleiter Christian Mensch, zuletzt Bundeshauschef der «Basler Zeitung», formuliert es so: «Bisher war der Regionalteil des ‹Sonntags› die siebte Ausgabe der Tageszeitung. Jetzt soll es eine echte Sonntagszeitung werden, und diese hat nun mal ihre eigenen Regeln.» Mit anderen Worten: mehr Hintergrund, mehr Analyse und mehr investigativer Journalismus.

Die entscheidende Besonderheit dieser Sonntagszeitung ist der regionale Fokus. «Das ist eine Marktlücke», meint Christian Mensch dazu. Die Sonntagsblätter der Konkurrenz werden nämlich allesamt von zentralen Redaktionen gesteuert, welche sich fast allesamt in Zürich befinden.

Das Büro in Basel soll hingegen vor Ort recherchieren und Geschichten ans Licht bringen. Einen Vorgeschmack darauf bot «Der Sonntag» am vergangenen Wochenende: So deckte er auf, dass das Basler Nobelhotel Les Trois Rois in argen finanziellen Nöten steckt. Erschienen ist der Artikel zwar noch in der alten Aufmachung, doch recherchiert wurde er bereits vom neuen Team.

Folgerichtig hat Redaktionsleiter Christian Mensch unter Journalis-
ten den Ruf eines akribischen und hartnäckigen Rechercheurs. Anerkennung erhält er auch von der «Gegenseite». So etwa von Dagmar Jenny, Mediensprecherin der Basler Verkehrs-Betriebe, die oft mit ihm zu tun hat: «Er ist ein hochprofessioneller Typ, der immer bestens vorbereitet ist. Ihm geht es um die Tiefe.»

«Von Baslern für Basler»

Sein Vorgesetzer, «Der Sonntag»-Chefredaktor Patrik Müller, drückt es so aus: «Er ist einer, der hinschaut und Themen aufgreift, die sonst nicht behandelt werden. Und er ist
in Basel stark verankert.» Die neu lancierte Zeitung soll laut Müller denn auch eine «Zeitung von Baslern für Basler» werden. Konsequenterweise wird die Sportredaktion um einen Mitarbeiter aufgestockt, welcher künftig ausschliesslich über den FC Basel berichtet. Denn die drei traditionellen Zürcher Sonntagszeitungen, «SonntagsBlick», «SonntagsZeitung» und «NZZ am Sonntag», hätten eine sehr züricherische Optik, so Müller.

Ob die Erwartungen erfüllt werden und wie baslerisch der neue «Sonntag» wirklich wird, wird man ab morgen jeden Sonntag beurteilen können.