Es war das erwartet glanzlose Resultat: Andreas Sturm (49) ist vom Grossen Rat mit 56 Stimmen zum Bankratspräsidenten der Basler Kantonalbank (BKB) gewählt worden. 33 Parlamentarier – die meisten von ihnen aus der SP- und der FDP-Fraktion – enthielten sich der Stimme.

Die Vorbehalte haben vor allem zwei Gründe: Einerseits wird der Riehener Unternehmer als mehrjähriges Bankratsmitglied am Rande mitverantwortlich gemacht für die Verfehlungen an der BKB-Spitze. Anderseits ist – auch gestern im Parlament – kritisiert worden, dass Sturm nach dem Rücktritt von Andreas Albrecht Ende November im Schnellzugstempo und ohne strukturiertes Auswahlverfahren an die BKB-Spitze gehievt wurde.

Ein Antrag der FDP, die Wahl zu verschieben, damit Kandidaturen seriös geprüft werden könnten, wurde allerdings mit 78 Nein- bei 11 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen verworfen.

Neues Gesetz rasch behandeln

Der Gewählte selber sprach gegenüber der bz von einem «guten Resultat angesichts der Umstände». Sturm will an der BKB-Spitze eingeleitete Veränderungen fortführen. «Die grösste Baustelle ist der Vertrauensverlust. Es braucht Zeit und Taten, das Vertrauen der Kunden, Steuerzahler und Öffentlichkeit wieder herzustellen.» Er ist überzeugt, dass die Kontrollmechanismen funktionieren, betont aber, dass die schnell ändernden Regulatorien eine Herausforderung darstellten.

Wie lange Sturm Präsident bleibt, ist unklar. Offiziell gewählt wurde er bis Ende der Wahlperiode 2017. Sturm-kritische Parlamentarier drängen allerdings auf eine rasche Behandlung des BKB-Gesetzes, das unter anderem die Besetzung des Bankrats und dessen Wahl regelt. «Mit Inkrafttreten des Gesetzes – etwa auf 1. Januar 2015 – müsste auch der Bankrat komplett neu gewählt werden», findet FDP-Fraktionschef Andreas Zappalà. Sturm könnte sich dann der Wiederwahl stellen – unter Rahmenbedingungen, die heute ungewiss sind.

Basta-Grossrat Urs Müller sieht es anders als Zappalà: Das neue Gesetz sei zu wichtig, als dass man es im «Husch-Husch-Verfahren» absegnen dürfe. Dies sei auch nicht nötig: «Nun ist der Bankrat wieder komplett.» Er könne sich nun beweisen und das Misstrauen aus der Welt schaffen.