Sanierung

Neuer Halt für alte Gärten für ein grüneres Basel

Neuer Garten der Alten Universitt in Basel

Neuer Garten der Alten Universitt in Basel

Der ehemalige Gärtnermeister Karl Schlecht hat der Stadt Basel 2005 seinen Nachlass vererbt. Auflage war, das Erbe für ein «grünes Basel» einzusetzen. Die Stadtgärtnerei und die Erbengemeinschaft entschieden sich für die Instandstellung des Gartens der Alten Universität.Der imposante, aber versteckte Terrassengarten war einer der ersten botanischen Gärten Europas. Über die Jahrhunderte erfuhr er durch verschiedene Nutzer viele Umgestaltungen.Der Garten wird für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Die Ufermauer bei der alten Universität am Rheinsprung muss saniert werden. Vor 23 Jahren brach das Rheinbord beim Münster ein.

Der älteste botanische Garten der Schweiz befindet sich beim Basler Rheinsprung. Über mehrere Terrassen verteilt richtete der Anatomie- und Botanik-Professor Caspar Bauhin 1589 bei der Alten Universität für die Studierenden einen Lehrgarten mit medizinischen Heilpflanzen ein. Später diente dieser dem Bandfabrikanten Hans Franz Sarasin als Lustgarten. Die Universität zog wieder ein und um 1890 wieder aus. Der Garten verwilderte.

Seit zwei Jahren sind die denkmalschutzgerecht wiederhergestellten Gärten tagsüber wieder öffentlich, wenn auch nur teilweise. Doch nun steht eine Sanierung der Mauern an. Diese sind gemäss Gutachten in einem «schlechten Zustand».

Die geologischen Studien und das notwendige Massnahmekonzept liegen seit über zwei Jahren in den Schubladen. Jetzt sollen die Arbeiten an die Hand genommen werden. Auf mehreren Etagen werden die Mauern um bis zu 3,7 Meter abgetragen. Sie müssen ersetzt und tief im Berg verankert werden. Was die Arbeiter genau antreffen werden, ist unklar, da es weder Plan- noch Kartenmaterial gibt, das die Errichtung der Vielzahl unterschiedlicher Stützmauern dokumentiert. Im mittleren Bereich unter der Terrasse der alten Universität ist etwa ein Bunker aus Beton in die Mauer integriert. An anderen Orten haben Wurzeln das Mauerwerk gesprengt und deformiert. An wieder anderen Stellen werden Hohlräume erwartet.

Besucher sollen bis auf die unterste Terrasse gelangen.

Besucher sollen bis auf die unterste Terrasse gelangen.

Aufwändige Sondierungen erfolgten Ende der 1990er Jahre auch unterhalb der Pfalz. Doch bevor diese abgeschlossen werden konnten, brach das Bord auf einer Länge von 32 Metern ein. Es zerstörte dabei einen Kanalisationsschacht, den Münsterstollen, der von der Wettsteinbrücke durch den Münsterhügel bis zur Schifflände führt. Vor vier Jahren startete das Tiefbauamt erneut mit neuen Sondierungen unterhalb der Pfalz. Resultate sind keine bekannt. Grössere Arbeiten, so die damalige Information, würden sich jedoch in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren aufdrängen.

Die Sanierung der Rheinbordmauern bei der Alten Universität bieten dazu einen Vorgeschmack. Das Konzept, wie es aus dem aktuellen Baubegehren ersichtlich ist, sieht vor, dass die Arbeiten grösstenteils vom Rhein aus erfolgen. Ein Ponton wird im Fluss verankert und ein Kran darauf montiert. Die Abfälle werden aufgefangen und mit Schiffen abtransportiert. Nur der Beton, der den neuen Halt für die alten Gärten bieten soll, wird per Lastwagen angefahren. Sichtbar wird jedoch nicht ein Betongrau sein, sondern die Natursteine, die davor gemauert werden. Darin eingebaut werden plangemäss Nistnischen für Vögel.

Ein Mäzen macht den kleinen Park möglich

Mit dem Abschluss der Arbeiten wird der Garten für die Öffentlichkeit bis zur untersten Terrasse zugänglich sein.

Dass es dieses Angebot gibt, ist nicht zuletzt dem Gärtnermeister Karl Schlecht zu verdanken. Als dieser 2005 verstarb, vermachte er dem Kanton 3,5 Millionen Franken für ein grüneres Basel. Diese werden nun für diese noch weitgehend unbekannte Oase am Rheinsprung eingesetzt.

Autor

Christian Mensch

Meistgesehen

Artboard 1