Es ist ein fliessender Übergang von Gastronomie zu Quartiertreff. Die Restaurantbetreiber der «Bahnkantine» am Erlkönigweg bieten auf ihrer Homepage immer noch «Regionally Grown Fresh Food» an. Die Küche sei momentan geschlossen, aber man werde baldmöglichst weiter informieren – bis zuletzt hatten die Beizen-Betreiber die Hoffnung gehabt, dass sich das Lokal retten lässt.

Die «Schweiz am Wochenende» hatte im Oktober berichtet, dass die Betriebsbewilligung entzogen worden sei. Zunächst hatten die Restaurantbetreiber geschrieben, das Lokal sei wegen «Sanierungsarbeiten» geschlossen. Die Probleme konnten offensichtlich nicht behoben werden: Jedenfalls ist die angestrebte Wiedereröffnung gescheitert.

Stattdessen sind die Anwohner des Erlenmatt- und Rosentalquartiers in einem Brief darüber informiert worden, dass der Quartiertreffpunkt die frei werdenden Räume bezieht. Am Mittwoch um 17 Uhr findet der Apéro zur Eröffnung statt.

Treffpunkt wird sichtbar

Die Geschäftsleiterin des Quartiertreffpunkts heisst Andrea Blattner. Sie freut sich über die neue «Visibilität». Bisher war er im ersten Stock des alten Gebäudes stationiert. Für viele Bewohner böten die neuen Räumlichkeiten die Möglichkeit, mit den Nachbarn und den anderen Quartierbewohnern in Kontakt zu kommen. Ein Grossteil der Bewohner des Erlenmatt- und Rosentalquartiers, das sich in einem starken Wandel befindet, ist erst kürzlich zugezogen – aus einem anderen Kanton oder aus dem Ausland.

Mit dem neuen Angebot wolle man einen «regulären Quartiertreffpunkt» etablieren, wie Blattner sagt. Will heissen: Ein Mittagstisch steht für die Anwohner zur Verfügung; das Erwachsenen-Menü kostet 15 Franken, das Kinder-Menü 10. Konsumationspflicht bestehe jedoch keine. Daneben werden Capoeira- und Yoga-Kurse oder Sozialstammtische angeboten, weitergeführt werden soll etwa auch das Wohnzimmer für Jugendliche im ersten Stock.

Partys nur bis 76 Dezibel

An Ideen mangelt es den Verantwortlichen nicht. Höchstens am Geld. Dem Quartiertreff stehen 96'000 Franken Subventionen zur Verfügung. Blattner hofft darüber hinaus auf zusätzliche Einnahmen aus Vermietungen für Privatanlässe. Freitagabend und Samstag kann das Lokal gemietet werden – wenngleich die ganz grossen Sausen wie zu Zeiten des nt-Areals nicht mehr stattfinden werden. Die Bewilligung gilt nur bis 76 Dezibel.

Ob das Restaurant «Bahnkantine» aber in irgendeiner Form weitergeführt wird, ist unklar. Die Telefonnummer, die auf der Homepage für Tischreservationen aufgeschaltet ist, ist jedenfalls nicht mehr in Betrieb.