Neuer Vorschlag
Aeschenplatz soll Drehscheibe bleiben, dafür wird der Bankverein verkehrsberuhigt

Wirtschaft und ÖV-Lobby haben einen eigenen Vorschlag zur Umgestaltung des Aeschenplatzes und des Bankvereins präsentiert. Dieser erinnert an die aktuelle Situation mit der Baustelle des Kunstmuseumparkings.

Jonas Hoskyn
Drucken
Teilen
Der Aeschenplatz soll zu einem Grosskreisel umgestaltet werden.

Der Aeschenplatz soll zu einem Grosskreisel umgestaltet werden.

Andreas Schwald / bz Zeitung für die Region

Normalerweise ist die Schnittmenge des Basler Gewerbeverbands und der Interessensgemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) nicht besonders gross. In den vergangenen Jahren standen sich die beiden Gruppen bei verkehrspolitischen Themen meist gegenüber. Gestern präsentierten sie einen gemeinsamen Entwurf, wie der Aeschenplatz umgestaltet werden soll, quasi als Gegenvorschlag zu demjenigen der Regierung.

Es sei unbestritten, dass die Situation am Aeschenplatz verbessert werden soll. Doch statt nur über den Platz zu diskutieren, wollen Gewerbeverband und IGöV den Fokus erweitern und haben ein Verkehrspaket zusammen mit dem Bankverein geknüpft.

Aeschenplatz: Verkehr soll flüssiger werden

Der Aeschenplatz soll auch künftig eine Verkehrsdrehscheibe fungieren. «Der Status quo ist aber kein Zustand», sagt Stephan Appenzeller von der IGöV. Für Gewerbeverbandsdirektor Gabriel Barell gleicht der Platz dem berüchtigten gordischen Knoten. Eine Reihe von Massnahmen soll die Situation für alle Verkehrsteilnehmenden verbessern.

Der Autoverkehr soll durch die künftige Vortrittsregelung im Grosskreisel flüssiger werden.

Der Autoverkehr soll durch die künftige Vortrittsregelung im Grosskreisel flüssiger werden.

zVg

Wie die Regierung will auch der Gegenvorschlag aus dem Aeschenplatz einen Grosskreisel machen. Die jetzige unübersichtliche Rechtsvortritt-Regelung – die Nagelprobe für alle Fahrschüler – entfällt. Im Gegensatz zur Regierung, die den Kreisel einspurig plant, will der Gegenvorschlag aber die jetzige Situation beibehalten. Die Verbindungsstrasse zwischen den beiden Seiten des Aeschengrabens soll näher an Platz rücken. Auch weiterer Unterschied gegenüber dem Regierungsvorschlag: Der Verkehr aus der Dufourstrasse soll in den Kreisel fliessen. Die stauverursachende Verbindung quer über den Platz wird aufgehoben.

Auch beim öffentlichen Verkehr unterscheidet sich der Gegenvorschlag stark von der Idee Regierung. So soll die Tramlinie 15 weiterhin quer über den Platz geführt werden, die Haltestelle wird allerdings in Richtung Denkmal verschoben. Die Regierung will den 15er eigentlich via Gartenstrasse um den Platz leiten, was aber zu einer längeren Fahrzeit führt. Das entsprechende Gleisstück wollen aber auch Gewerbeverband und IGöV bauen lassen. Dieses soll künftig als Wendeschlaufe dienen.

Der Tramverkehr soll direkter über den Aeschenplatz geführt werden.

Der Tramverkehr soll direkter über den Aeschenplatz geführt werden.

zVg

Damit würden die jetzigen Gleise beim Jugendstil-Trambahnhöfli überflüssig. Dieses soll erhalten bleiben, aber leicht verschoben werden. Dort entstünde Platz für neue Haltestellen für die Tramlinien 3 und 14. Die Busse sollen künftig alle an der heutigen Haltestelle der Linien 80/81 kurz vor der Henric-Petri-Strasse halten.

Für die Fussgänger entsteht eine eigene Zone, die das Umsteigen und Überqueren des Platzes vereinfacht.

Für die Fussgänger entsteht eine eigene Zone, die das Umsteigen und Überqueren des Platzes vereinfacht.

zVg

Für die Fussgänger entsteht ein rund 150 Meter langer Bereich in der Mitte des Platzes. Das Umsteigen wird einfacher. Am wenigsten Vorteile bringt der Vorschlag für die Velofahrer. Sie kriegen zwar einen eigenen Velostreifen, müssen aber teilweise längere Wege in Kauf nehmen.

Bankverein: Fussgänger im Fokus

Der Clou am gemeinsamen Vorschlag des Gewerbeverbands und der IGöV ist, dass der Aeschenplatz und der Bankverein verkehrstechnisch gemeinsam gedacht werden. Der Bankverein soll verkehrsberuhigt zu einer Verlängerung der Freien Strasse werden. Der motorisierte Individualverkehr wird künftig via Aeschenplatz abgewickelt, so wie es seit zwei Jahren aufgrund der Baustelle des Kunstmuseum-Parkings bereits der Fall ist.

Der Bankverein soll künftig beinahe autofrei werden.

Der Bankverein soll künftig beinahe autofrei werden.

zVg

Durch den Wegfall der Autos wären auch die Ampeln nicht mehr nötig. Davon würde der Tram- und auch der Veloverkehr profitieren. Ansonsten bliebe für sie alles wie bisher. Die Fussgänger würden von mehr Freiheit und einem neu gestalteten Bankverein profitieren. Auch die Nutzer des künftigen Parkings kämen statt an einer befahrenen Strasse neu in einer verkehrsberuhigten Zone aus dem Parkhaus.

Insgesamt würde die Aeschenvorstadt als Teil der Innenstadt aufgewertet, wirtschaftlich belebt und die Aufenthaltsqualität gesteigert, werben der Gewerbeverband und die IGöV für ihre Idee.

Aktuelle Nachrichten