Sozialhilfe
Neues Asylzentrum im Gundeli bereitet Anwohnern Bauchweh

Ab Mitte September ziehen in die Liegenschaft an der Dornacherstrasse 329 im Gundeli erste Leute ein. Die Sozialhilfe hat sich dort eingemietet und bietet neu Notwohnungen und Platz für Flüchtlinge an.

Janine Müller
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2009 waren die Anwohner noch gegen das Asylheim (ganz rechts), mittlerweile hat sich die Situation beruhigt.

2009 waren die Anwohner noch gegen das Asylheim (ganz rechts), mittlerweile hat sich die Situation beruhigt.

Kenneth Nars

Maximal 20 Plätze sind in den Notwohnungen zu besetzen, gleich viele sind es für die Flüchtlinge – im Ausnahmefall. Den Grund für dieses neue Heim erklärt Renata Gäumann von der kantonalen Asylkoordination: «Die Belegung in den anderen Häusern ist nach wie vor hoch. Wir haben wenig Spielraum. Daher sind diese Wohnungen wichtig.»

Auf Begeisterung stösst dieses neue Projekt im Gundeli nicht unbedingt. «Etwas Bauchweh macht es mir schon», gibt Beatrice Isler, Präsidentin Neuer Quartierverein Gundeldingen, zu. «Aber bisher hatten wir mit den anderen Heimen keinerlei Probleme.» Im Jahr 2009 wehrten sich die Bewohner noch gegen das neue Asylheim an der Frobenstrasse 58. Reklamationen gab es anschliessend aber nie. «Die Lage hat sich beruhigt. Die Sicherheitskonzepte funktionieren», sagt Isler. «Einmal fuhr die Polizei in die Frobenstrasse ein. Da verdächtigte man gleich die Asylanten.» Herausgestellt habe sich, dass es sich um häusliche Gewalt handelte – in einer Schweizer Familie.

Wehren will sich Isler gegen das neue Heim nicht. Es gehöre schliesslich zur humanitären Tradition der Schweiz, dass man Flüchtlinge aufnehme. Aber: «Mir ist eine gute Verteilung wichtig. Es wäre gut, wenn es nicht ständig das Gundeli treffen würde», sagt Isler. Das Argument der Asylkoordinationsstelle – günstiger Wohnraum sei schwierig zu finden – kann sie aber nachvollziehen.

Angst durch Information nehmen

Am Informationsabend vom Donnerstag wollen Isler und Gäumann den Anwohnern die Ängste nehmen. «Information ist alles. Wir werden versuchen, die Fragen der Anwohner zu beantworten und ihnen das Konzept des Hauses zu erklären», sagt Gäumann. Verteilt werden auch Flyer mit Telefonnummern und Ansprechpersonen, bei denen sich die Anwohner bei Fragen oder im Notfall melden können.

Die Einladung an die Anwohner wurde bereits versandt, Reaktionen darauf gab es bisher lediglich eine. Allerdings nur aufgrund eines Missverständnisses, wie Gäumann betont. Ein Problemfall sollte das Haus nicht werden. Denn es handle sich nicht wirklich um ein Asylzentrum, sagt Gäumann. «Das Haus wird gemischt genutzt und nur zwei Stockwerke sind Asylunterkunft.» Bauliche Veränderungen sind im Übrigen nicht nötig.

Die Informationsveranstaltung findet am Donnerstag, 29. August, von 19 Uhr bis ca. 20.30 Uhr im Gundeldinger Casino, Saal Triangel, statt.