Der gemeinsame Auftritt der Universität, des Universitätsspitals, der Novartis und des Kantons Basel-Stadt war gut vorbereitet. Als sie am vergangenen Freitag bekanntgaben, dass sie gemeinsam ein Augeninstitut gründen wollen, waren alle Teil der Inszenierung: Die Unirektorin, der Novartis-Verwaltungsratspräsident, der Chef des Unispitals und der Basler Gesundheitsdirektor überboten sich im Eigenlob über das neue Forschungsinstitut, das auf dem Gebiet der Augenheilkunde ab 2018 seine Tätigkeit aufnehmen soll.

Nicht zu Wort kamen die Basler Parlamentarier, obwohl ihnen eine wichtige Rolle zusteht. Sie werden über den Nachtragskredit von fünf Millionen Franken befinden, den der Kanton Basel-Stadt jährlich beisteuern wird. Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) hatte weder die Mitglieder der grossrätlichen Gesundheitskommission noch die Mitglieder der Finanzkommission über seine Pläne informiert – obwohl sie über den Nachtragskredit beraten müssen. Er hatte nur angedeutet, dass «da noch was kommt», wie eine Parlamentarierin sagt.

Finger auf wundem Punkt

Niemand will Engelberger unterstellen, die möglichen Skeptiker bewusst aussen vor gelassen zu haben. Doch nach dem anfänglichen Applaus vor allem von bürgerlicher Seite, die seit jeher einen höheren Anteil Drittmittel in der universitären Forschung fordert, mischen sich nun auch kritische Töne unter die Lobeshymnen. Dies von linker und rechter Seite.

SP-Grossrat Kaspar Sutter, Mitglied der Gesundheits- und Sozialkommission, sagt, der Nachbarkanton stehe eigentlich ebenfalls in der Pflicht, am neuen Projekt teilzuhaben. «In Anbetracht dessen, dass Baselland Mitträger der Universität ist und die ambulante Augenchirurgie der bikantonalen Spitalgruppe aufs Bruderholz kommen soll, stellt sich einmal mehr die Frage, wieso der Kanton Basel-Landschaft keinen direkten Beitrag an das Institut leistet.» Sutter sagt, er werde in den Kommissionsberatungen den Finger auf den wunden Punkt legen, obwohl er sich damit nicht bei allen beliebt machen würde.

Selbst Fraktionskollegin und Gesundheitskommissionspräsidentin Sarah Wyss will die Gräben zwischen Stadt und Land nicht erneut aufreissen. «Man muss in diesem konkreten Fall sehen, dass es sich um eine Basler Firma handelt, die hier auch ihre Steuern bezahlt. Insofern hat das schon seine Berechtigung, dass sich Basel-Stadt stärker daran beteiligt.»

Keine Forderung an Baselland

Die Forderungen in Richtung Baselland finden allerdings in anderen Parteien Gehör. Der Basler SVP-Präsident Lorenz Nägelin begrüsst zwar die Partnerschaft der Universität mit der Privatwirtschaft. «Dieses Projekt hat eine weltweite Ausstrahlung. Das wird
teuer. Und deswegen sind wir froh, wenn die Novartis das finanziell unterstützt», sagt er. Doch auch Nägelin kritisiert die Abwesenheit Basellands beim Joint Venture, der die vier Partner insgesamt 20 Millionen Franken jährlich kosten wird. Der SVPler findet es «prinzipiell nicht richtig», wenn sich der Landkanton immer aus der Verantwortung stehle. Mit dem berühmten 80-Millionen-Deal sei Basel-Stadt Baselland schon genügend entgegengekommen.

Tatsächlich zeigt sich aber: Der Kanton Basel-Stadt hat keine finanziellen Forderungen an den Landkanton gestellt. Lukas Engelbergers Sprecherin Anne Tschudin sagt: «Wir haben den Kanton Basel-Landschaft vororientiert und auf die Möglichkeit einer Mitfinanzierung hingewiesen.» Dies sei aber nicht mit einer Forderung verbunden gewesen. Rolf Wirz, Sprecher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, ergänzt: Baselland beteilige sich indirekt via gemeinsam getragener Universität und später der Spitalgruppe.

Auch rechnen die Baselbieter nicht damit, je etwas an das neue Institut zahlen zu müssen. Es sei zu erwarten, dass das Institut nach einer Phase der Anschubfinanzierungen ohne direkte Staatsbeiträge auskommen werde, sagt Wirz.