Parkplätze

Neues Basler Kunstmuseum-Parking kommt – und der Ärger gleich dazu

Nach langer Leidensgeschichte beginnen die Arbeiten für das neue Kunstmuseum-Parking noch in diesem Jahr. Das gab Hans-Peter Wessels im Beisein der Projektverantwortlichen bekannt. Das dafür nötige politische Vorgehen sorgt aber für Kritik.

Die Erwartungen sind riesig. Zumindest für jene, die den Spruch «Was lange währt, wird endlich gut» ernst nehmen. Das Parking Kunstmuseum währte schon lange, sehr lange: Der historische Abriss nahm an der gestrigen Medienkonferenz volle 20 Minuten ein.

Jede Minute davon hätte für ein Jahr stehen können, denn so lange dauerte es von der ersten Idee bis zur Realisierung. Mehrmals fuhr die Politik dazwischen, einmal sogar das Stimmvolk, ein «Zufallsentscheid», wie es der Verwaltungsratspräsident des Projekts, Peter Andreas Zahn, am Donnerstag nannte. Tempi passati, inzwischen ist der Weg frei, damit Regierungsrat Hans-Peter Wessels ein altes Versprechen einlösen kann: Das Parking soll das Verkehrskonzept Innenstadt komplettieren und die Sperrung der Mittleren Brücke kompensieren.

62 Mal musste der Verwaltungsrat sitzen, bis der Baubeginn Ende dieses Jahres feststand. Läuft alles rund, stehen den Automobilistinnen und Automobilisten ab Sommer 2021 insgesamt 350 Parkplätze an bester Lage zur Verfügung. Das Parking kommt unter der St. Alban-Anlage zu liegen, von aussen kaum wahrnehmbar. Zumindest nach den Bauarbeiten – währenddessen wird das Projekt deutlich bemerkbar sein. Rund ein Jahr lang sind die Tramgleise nur einseitig befahrbar. «Das wird Auswirkungen auf die Linienführung haben», sagte Jens Vollmar, bei Implenia für die Umsetzung des Baus verantwortlich.

Die Ausfahrt wird sich dereinst bei der UBS befinden, die Einfahrt bei der Credit Suisse. Und diese ist jetzt auch der langersehnte Investor. Zahn liess durchblicken, dass sich die Suche nach einem solchen nicht ganz einfach gestaltet hatte. Gar von einem Geldgeber aus dem arabischen Raum war die Rede, doch bevorzuge man «eine Schweizer Lösung».

52 Millionen steckt die CS in das Vorhaben und ist überzeugt, dass sich das auch lohnt. Wenn wir gerade bei den Zahlen sind: Zwischen drei und vier Franken soll die Gebühr in der Stunde betragen. Monatsmieter werden zwischen 250 und 350 Franken blechen müssen. So genau stehe das aber nicht fest, sagte der ebenfalls an der Pressekonferenz anwesende Christoph Stutz. Der alt Regierungsrat steht dem Unterfangen beratend bei.

Politzoff ist Programm

Politisch birgt das Unterfangen auch dann noch Zündstoff, wenn der Boden bereits aufgerissen ist. Gemäss Grossratsbeschluss muss das Bau- und Verkehrsdepartement nämlich für die 350 neuen Parkplätze 210 an der Oberfläche abbauen. Dies in einem Perimeter von «rund 500 Metern». Wessels legt diesen grosszügig aus: von den 88 bisher aufgehobenen Parkplätzen befinden sich gerade einmal elf im Grossbasel. Ein grosser Teil verschwand im Zusammenhang mit der Verkehrsbefreiung der Innerstadt, etwa an der Kasernenstrasse. Diese befindet sich aber rund einen Kilometer vom geplanten Parking Kunstmuseum entfernt. Bereits äusserte sich Grünen-Präsident Harald Friedl kritisch: Auf Twitter drückte er sein Unverständnis über den Neubau mit «Parkplatzleichen» aus.

Die Umwelt- und Verkehrskommission (Uvek) hat das Thema ebenfalls auf dem Radar. In einem Bericht vom Februar heisst es durchaus drohend: «Das Abbaupotenzial ist deutlich höher als die Zahl von 210. Sollte dieser Wert bei Eröffnung des Parkings aber trotzdem noch nicht erreicht sein, wird nur ein Teil des Parkings zugänglich gemacht. Dies hält die Baubewilligung fest.»

Wessels stellte die Lage am Donnerstag etwas anders dar. So erklärte er den Umstand, dass die Kleinbasler Parkplätze in die Rechnung mit aufgenommen wurden, so: «Der Grosse Rat spricht absichtlich von ‹rund› 500 Metern. Im beschriebenen Perimeter wäre ein solcher Abbau gar nicht möglich.» Denkbar, dass sich die Leidensgeschichte des Parkings um ein Kapitel verlängert.

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