Buch-Vernissage

Neues Buch würdigt Ein-Frau-Hilfswerk von Gertrud Bärtschi

Gertrud Bärtschi mit Kindern in einem Gewächshaus in Peru.

Gertrud Bärtschi mit Kindern in einem Gewächshaus in Peru.

Seit über vierzig Jahren wirkt die Baslerin Gertrud Bärtschi in Peru. Sie hat in dieser Zeit zahlreiche Entwicklungsprojekte angestossen und in die Tat umgesetzt. Nun hat sie ein Buch über ihre guten Taten veröffentlicht.

«Ein Leben für die Ärmsten in Peru». Diesen Titel trägt das Buch über das Leben und Wirken von Gertrud Bärtschi. Seit über vierzig Jahren hilft sie armen Landbewohnern in Peru - Kindern, Frauen, Landarbeitern - mit zahlreichen Projekten.

Das Buch ist eine Anerkennung für die engagierte Krankenschwester, die in Basel wohnt und im Januar achtzig Jahre alt geworden ist. «Es steht viel Interessantes drin in diesem Buch», sagt Bärtschi bescheiden. Es ist in spanischer Sprache geschrieben. Übersetzt wurde es von einer Schweizerin, die seit Jahrzehnten in Peru lebt und mit Gertrud Bärtschi befreundet ist. Autoren sind die Hauseltern des Heims für Strassenkinder in Huancayo, «dem wichtigsten Projekt, das ich in Peru realisiert habe», sagt Bärtschi.

500 000 Franken benötigt Bärtschi pro Jahr

«Ich freue mich sehr über diese Ehrung», sagt die Entwicklungshelferin. Und schon lenkt sie ab von der ihr zugedachten Hommage: Das Buch und die Buch-Vernissage böten die Gelegenheit, ihre Projekte bekannter zu machen und Geld dafür zu sammeln. Jährlich benötigt Gertrud Bärtschi für ihre Projekte rund 500 000 Franken. Patenschaften kommen nicht einer einzelnen Person zugute, sondern einem ganzen Projekt.

Akribisch kontrolliert Bärtschi die Verwendung der Gelder: «Mein Hauptinteresse ist, den Spendern sagen zu können, was mit dem Geld geschieht.» Gertrud Bärtschi war zum letzten Mal im Januar und Februar in Peru. Dort hat sie sich vergewissert, dass das Strassenkinderprojekt in Huancayo gut läuft. Über drei Stunden von Cuzco entfernt wurden neue Häuser eingeweiht, wo Kinder während der Woche wie in einem Internat leben können, weil sonst der Schulweg zu lang wäre. Um die Selbstfinanzierung dieser Schule zu verbessern, wurde kürzlich eine Fischzucht aufgebaut, die vielversprechend angelaufen sei, hat Bärtschi bei ihrem Besuch festgestellt.

In Lima Auszeichnung erhalten

Nur in einem Nebensatz erwähnt sie, dass sie bei diesem Besuch von der Bürgermeisterin von Lima, der Hauptstadt des Landes, für ihre Lebensleistung ausgezeichnet wurde. Ihre Arbeit in Peru werde sehr geschätzt. Und sie werde von den Einheimischen stets begleitet und gut beschützt. Sie sei in all den Jahren nie bestohlen oder bedroht worden.

Gertrud Bärtschi ist zuversichtlich, dass ihre Projekte dauerhaft das Leben vieler Peruanerinnen und Peruaner verbessern und auch langfristig überleben werden. Dafür wurde vor drei Jahren der Verein «Solidarität Schweiz-Peru» gegründet. So sollte sichergestellt werden, dass die Projekte auch in Zukunft im Sinne der Gründerin geführt werden. Der Verein sei eine gute Stütze für sie und arbeite sehr harmonisch, lobt Bärtschi. Als Ehrenpräsidentin ist sie in die Arbeit des Vereins nach wie vor involviert: «Ich sehe jedes Projekt und verdanke jede Spende selber.»

Minikredite für Frauen

Besonders erfolgreich sind zwei Frauenprojekte in Lima und Ica. Frauen, die sich beruflich selbstständig machen wollen, erhalten günstige Minikredite. «Wir haben mit 50 Frauen begonnen, jetzt sind es schon 500», freut sich die Achtzigjährige. Eine besondere Genugtuung bereitet ihr, dass sie gute Leute, alles Einheimische, für ihre Projektleitung hat gewinnen können. Die Projekte fänden auch weitherum Anerkennung: «Ich will mich nicht selbst rühmen; aber die Mitarbeiter in Peru schätzen meine Arbeit sehr.»

Zurück in der Schweiz nützt sie jeden Anlass, auch eine Buchvernissage in eigener Sache, um für ihre Projekte zu werben. Und die eingegangenen Spenden verdankt sie mit einem Brief, den sie in Basel und Umgebung bei den Spendern persönlich in den Briefkasten wirft, um Kosten zu sparen und so mehr Geld für ihre Projekte zu haben.

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