Die staatliche Unterstützung professioneller Klangkörper wird im Kanton Basel-Stadt auf eine neue Basis gestellt. Gemäss einem neuen Fördermodell, das am 1. Januar 2016 in Kraft tritt, erhält künftig nur noch das Sinfonieorchester Basel (SOB) einen Staatsbeitrag für vier Jahre, wie das Präsidialdepartement am Donnerstag mitteilte.

Mit dieser Finanzhilfe garantiere das SOB seinen Auftrag, der in der Grundversorgung an sinfonischem Repertoire und an Opernproduktionen im Theater Basel besteht. Aktuell erhält das aus 110 Musikerinnen und Musikern bestehende SOB von Basel-Stadt rund acht Millionen Franken pro Jahr.

Vier Förderinstrumente

Drei weitere Orchester werden dagegen künftig nicht mehr wie bisher subventioniert. Es handelt sich um das Kammerorchester Basel, die basel sinfonietta sowie das Ensemble Phönix. Im Übergangsjahr 2016 werden diese Klangkörper jedoch noch im bisherigen Rahmen vom Kanton unterstützt. Danach gilt auch für sie das neue Regime.

Dieses sieht als zweites Förderinstrument neben der dem SOB vorbehaltenen Finanzhilfe die Programmförderung vor, die sich jeweils über einen Zeitraum von drei Jahren erstreckt. Unterstützt werden damit Konzertprogramme von professionellen Basler Orchestern aus unterschiedlichen Sparten. Die Auswahl erfolgt nach festgelegten Richtlinien und Kriterien durch eine Fachjury und die Abteillung Kultur des Präsidialdepartements.

Weitere Förderinstrumente sind die Projektförderung und die Strukturförderung. Nach Angaben des Präsidialdepartements soll für das neue Orchesterfördermodell gleich viel Geld zur Verfügung stehen wie bisher. Allerdings würden gewisse Mittel umverteilt.

Flexibler und offen auch für neue Orchester

Den Vorteil des neuen Modells sehen die Verantwortlichen beim Kanton unter anderem darin, dass es flexibler auf aktuelle Strömungen, strukturelle Veränderungen und Bedürfnisse im Basler Musikleben reagieren kann. Es eröffne sowohl bestehenden wie auch neuen Orchestern Zugang zu staatlicher Unterstützung.

Mit seiner neuen Orchesterpolitik wolle Basel seinen Ruf als traditionelle Wirkungsstätte und Experimentierfeld von Alter und Neuer Musik weiter stärken, heisst es im Communiqué weiter. Die Regierung hat das neue Fördermodell bereits im Februar genehmigt. Grundlage bildet das Kulturleitbild 2012 bis 2017.