Elegant schweben die Quallen wie Federn im Wind durch das Wasserbecken. Sie sind wunderschön anzusehen mit ihren weissen Schirmen und der braun gefärbten, an den Dotter eines Spiegeleis erinnernden Erhebung in der Mitte.

Seit einigen Tagen schwimmen die Hochseetiere durch ihr neues Aquarium. In freier Natur von den Strandbesuchern wohl verhasst, ziehen die Tiere mit ihren feinen Tentakeln, die in violetten knopfartigen Verdickungen enden, die Zolli-Besucher an die Scheibe.

Der Neubau des ovalen Kreiselbeckens dauerte mehrere Monate. Die bunten Giftspritzer werden in einer Kreiselströmung in Schwebe gehalten, «damit sie nirgends liegen bleiben und sich verletzen», erklärt Kurator Thomas Jermann. Sie können sich von Sonnenlicht ernähren.

Im Zolli werden sie aber mit einem Millimeter grossen Krebslarven gefüttert. Diese nehmen die Quallen mit den mit Gift gefüllten Nesselzellen auf, die sich in den Fangarmen befinden.

Bei Berührung werden diese aktiv, und jede schiesst innert einer Dreissigtausendstel-Sekunde eine winzige Harpune ab. Durch einen feinen Schlauch wird das Gift in das Tier gespritzt und das Opfer in die Mundöffnung gezogen. Auf diese Weise werden auch die Menschen im Meer verletzt, wenn sie die Tiere streifen.

200 Quallen-Arten leben in allen Ozeanen. Die Grösste, die man je entdeckt habe, sei 2,40 Meter gross und eine Tonne schwer gewesen, sagt Jermann. Es gibt auch bloss zwei Millimeter grosse. In Basel werden Quallen seit 1986 gezüchtet, in der Ausstellung zu bewundern sind sie seit 1995.

Kannibalistische Schwarze Witwen

Neben den giftigen Quallen geniessen auch gefährliche Spinnen ihr Leben im Zolli: die Schwarzen Witwen. Tierpfleger sorgen hinter den Kulissen für Nachwuchs. Dafür brauche es Fingerspitzengefühl, «denn die Spinnen haben in Sachen Liebesleben Vorlieben und ihre Babys sind bereits beim Schlüpfen giftig», warnt Kurator Adrian Baumeyer.

Zudem sind sie kannibalistisch: die Grösseren fressen die Kleineren. Deswegen muss der Schwarze-Witwen-Tierpfleger deren Geschwister früh trennen.

Die Weibchen seien einiges grösser, was das Liebesleben eines Männchens gefährlich mache. Läuft er zu schnell über das Spinnennetz, kann das Weibchen ihn nicht von ihrer im Netz verfangenen Beute unterscheiden und frisst ihn auf.

Die Schwarzen Witwen leben auf allen Kontinenten ausser der Antarktis. «Sie seilen sich am langen Faden ab und lassen sich vom Wind Kilometer weit transportieren. So überqueren sie Berge, Meere und Wüsten.»