Verjüngungskur auf dem Rhein: Letzten Montag nahm die Basler Personenschifffahrtsgesellschaft (BPG) das total überholte Flaggschiff MS Christoph Merian wieder in Betrieb (die bz berichtete). In etwas mehr als zwei Jahren soll die Basler Schiffsfamilie dann richtigen Zuwachs bekommen. Die BPG plant, ein neues Kursschiff zu kaufen. «Wir wollen Mitte 2014 mit dem Bau des neuen Schiffes beginnen», bestätigt Luana Zurfluh, Marketing-Leiterin und BPG-Kader, die Information der bz.

Das Schiff soll rund 80 Meter lang sein und etwa 600 Passagiere transportieren können. Geplant ist zudem, dass das neue Schiff - welches noch keinen Namen hat - über ein einziges, durchgehendes Deck verfügt. Und: «Es soll ein grosses Sonnendeck haben», sagt Zurfluh.

Was passiert mit der Lällekönig?

Der Schiffsingenieur ist bereits bestimmt, die Werft aber noch nicht. Der Auftrag wird erst ausgeschrieben. Was auch noch unklar ist: Was geschieht mit der Flotte der BPG, wenn das neue Schiff erst einmal da ist? Derzeit verfügt die BPG - welche zu hundert Prozent dem Kanton gehört und von ihm subventioniert wird - über drei Schiffe: die MS Christoph Merian mit Platz für 500 Passagiere, die MS Lällekönig für 300 Leute und die MS Baslerdybli. Letztere ist mit 140 Passagieren das kleinste Schiff der Flotte und muss ebenfalls bald renoviert werden.

«Wir wissen noch nicht, ob wir vier Schiffe brauchen», sagt Luana Zurfluh mit Blick auf die Neuanschaffung, «vermutlich werden wir eines ersetzen.» Sie lässt durchblicken: Es dürfte die MS Lällekönig treffen. Das Schiff mit Baujahr 1980 fällt zwischen Stuhl und Bank. Einerseits ist es eher zu klein, andererseits ist auch kein Postkartensujet wie die MS Baslerdybli.

8,5 Millionen - das Geld fehlt noch

«Unsere Flotte ist in die Jahre gekommen», stellt Claus Wepler, Mitglied des BPG-Verwaltungsrats und Generalsekretär beim Basler Amt für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, fest, «jetzt wollen wir die Grundlage schaffen, um die Basler Personenschifffahrt in die nächsten 20 Jahre zu führen.»

Derzeit laufen die Abklärungen, wie das neue Schiff finanziert werden kann. Kosten dürfte es um die 8,5 Millionen Franken. «Es braucht einen Kredit. Wir müssen abklären, ob die Banken der BPG eine entsprechende Finanzierung zur Verfügung stellen. Da sind wir dran», sagt Wepler.

Den Chinesen etwas bieten

Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, hat bereits Vorstellungen, was das neue Aushängeschild auf dem Rhein können muss: «Ein neues Schiff sollte nicht nur die Passagiere von A nach B bringen. Das Wasser und die Umgebung sollten auf innovative Art erlebbar sein.»

Egloff findet es gut, denkt die Personenschifffahrt über die Zukunft nach. Sie sei wichtig für Freizeittouristen, «insbesondere für die Fernmärkte wie Indien und China.» Um den Touristen etwas bieten zu können, fordert Egloff: «Wenn man die Flotte schon verjüngt, sollte man ein innovatives Konzept haben.» Als Beispiel nennt er die Titlis-Rotair-Bahn, welche sich um die eigene Achse dreht. «Wenn so etwas gelingt, kann man sagen: ‹Gut gemacht!›»