Gut zwei Jahre ist sie nun in Bern. Da möchte sie auch bleiben – gern noch eine weitere Legislatur, so sagt sie. Dennoch: Politik allein reicht der 37-jährigen Nationalrätin Sibel Arslan (Grüne) nicht mehr – zumal man als Milizparlamentarier ja nie wisse, ob und wie es weitergehe. «Ich möchte ein zweites Standbein aufbauen», sagt sie.

Dieses Standbein heisst «Sidus Consulting GmbH» und soll demnächst unter anderem Dienstleistungen im Bereich Politik und Non Profit Organisationen anbieten. Arslan und ihr Partner werden Mitte Januar mit der Arbeit starten, derzeit stecken sie in der Aufbauphase.

Das Büro in einer Seitenstrasse im Gundeli steht ihnen bereits zur Verfügung, nach den Festtagen kann es losgehen. «Wegen der guten Erreichbarkeit haben wir ein Büro in Bahnhofsnähe gesucht», sagt Arslan. Denn ihr Geschäftspartner pendelt.

Er ist ebenfalls Politiker, allerdings ist er, im Gegensatz zu Arslan, in der Mitte anzusiedeln: Lucius Dürr sass einst für die CVP im Zürcher Kantonsrat und fungierte bei den letzten Wahlen als Wahlkampfleiter der Zürcher Sektion.

Ehemaliger Versicherungschef

Einen Namen gemacht hat sich Dürr vor allem als langjähriger Direktor des Schweizerischen Versicherungsverbands. Vor einem Jahr hat er «aufgrund des Erreichens der Altersgrenze» den Rücktritt eingereicht. Offensichtlich ist das Leben als Pensionär aber nicht das, was Dürr glücklich macht, weshalb er seine langjährige Erfahrung als Politiker und Jurist jetzt gemeinsam mit der jungen Kollegin an andere weitergeben möchte. Was genau ihr neuer Job sein wird, möchte Arslan noch nicht im Detail sagen.

Parteizugehörigkeit zweitrangig

Nachdem sie 2015 auf Anhieb in den Nationalrat gewählt wurde, hängte sie ihren Job an den Nagel. Sie wollte sich voll und ganz auf ihr neues politisches Amt konzentrieren. Inzwischen hat sie sich im Bereich Betriebswirtschaft weitergebildet und macht derzeit den Abschluss. Lucius Dürr kenne sie seit Jahren. «Wir hatten mehrfach politisch miteinander zu tun», sagt sie. Seine Parteizugehörigkeit sei für sie zweitrangig. «Wir sind zwei Juristen mit denselben Interessen und ergänzen uns mit unseren vielfältigen Erfahrungen, das ist, was für unser Geschäft zählt.»