Vernehmlassung

Neugestaltung Badischer Bahnhof: Zu vieles ist noch unklar

Die Basler Parteien sind sich über die Neugestaltung des Badischen Bahnhofs kaum einig. Ausser in einem Punkt: Die Regierung habe wichtige Rahmenbedingungen nicht festgelegt.

Vernehmlassungsantworten von Parteien sind meist ideologisch gefärbt. So auch bei der Neugestaltung des Raumes rund um den Badischen Bahnhof. Der Streit dreht sich vor allem um die Art und Weise, in der die Bahnfahrgäste zum Bahnhof gelangen: Die Grünen fordern eine noch bessere Erschliessung für die Velofahrer, den Bürgerlichen führen die von der Basler Regierung angedachten Massnahmen bereits jetzt zu weit.

Teure Parkplätze für Velos

Der Bau eines vollautomatischen unterirdischen Veloparkings sei zu teuer und nicht effizient, wie der Blick auf das chronisch überfüllte Veloparking am Bahnhof SBB zeige. Die Regierung nennt hier Kosten von 3,3 bis 6,6 Millionen Franken für die diversen vorgesehenen Veloabstellplätze – zu viel für die Liberalen. Ausserdem meint die Liberaldemokratische Partei: «Auch den Velofahrern ist eine gewisse Gehdistanz bis zur Bahn-Infrastruktur zuzumuten.» Dafür sind die Liberalen, wie auch die FDP, der Ansicht, es brauche mindestens gleich viele Parkplätze für Privatautos wie bisher, eventuell teilweise ausgestaltet als sogenannte «Kiss and ride»-Kurzzeitparkplätze.

Viel Ungewissheit

Einig sind sich aber Grüne, Liberale, Freisinnige wie auch die Basta darin, dass die Regierung zu vielen der vorgeschlagenen Massnahmen zu wenig Details liefere. Teilweise liegt das daran, dass grosse Projekte innerhalb des Planungsperimeters noch in der Schwebe sind: Dies gilt insbesondere für die Überdachung der Bahngeleise der Deutschen Bahn und die Anbindung an die noch nicht existierende Tramlinie zur Erlenmatt und die ebenfalls erst als Planspiel existierende S-Bahn-Linie unter der Innenstadt, das sogenannte «Herzstück». Ein weiteres Teil im Verkehrspuzzle rund um den Badischen Bahnhof ist die Osttangente, von der die Grünen auf keinen Fall eine «Kapazitätserweiterung» wollen, etwas, das für die Bürgerlichen durchaus wünschenswert wäre. Die Parteien sind sich einig, es sei kaum möglich, über Massnahmen zu beschliessen, die auf reinen Gedankenspielen basieren. Zwischen den Zeilen lässt sich aus den Schreiben auch deutlich lesen, dass sich die Parteien noch nicht bei all diesen Fragen definitiv festlegen wollen.

Ein Nebenschauplatz ist dagegen die Nutzung des Badischen Bahnhofs für kulturelle Zwecke. Alle Parteien wünschen sich, dass diese erhalten werden kann. Das allerdings dürfte jenseits der Kompetenz der Basler Regierung liegen: Das Bahnhofsgebäude gehört der Deutschen Bahn und nicht dem Kanton.

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