Und noch eine Einsprache: Dass es die Pläne, das Areal des Felix-Platter-Spitals mit Wohnungen zu überbauen, nicht einfach haben, darüber wurde an dieser Stelle bereits mehrfach berichtet. Der Heimatschutz und die Denkmalpflege wehren sich gegen den Abriss des alten Spitalgebäudes zugunsten von neuen Wohnungen. Sie könnten sich allenfalls vorstellen, dass der Spitalbau umgenutzt wird, aber in seiner äusseren Erscheinungsform so belassen wird, wie er sich jetzt präsentiert.

Nun legt auch der Neutrale Quartierverein (NQV) Kannenfeld eine Einsprache ein. Allerdings nicht gegen den Abriss des Spitals, wie Präsident Marcel Rünzi betont: «Dazu haben wir noch keine Meinung, wir werden eine Veranstaltung organisieren, mit Pro- und Kontra-Sprechern und sehen, was die Quartierbewohner denken.» Der Einspruch des Vereins richtet sich vielmehr gegen die Art und Weise, mit der die Regierung auf dem Areal verfahren wird. Sie hat es im Baurecht an die Wohnbaugenossenschaft Nordwest (WGN) abgetreten und überlässt dieser die weitere Planung.

Regierung soll beteiligt bleiben

«Es ist aus unserer Sicht nicht ideal, wenn die Regierung so eine Riesenfläche einfach aus der Hand gibt, ohne auf die Gestaltung weiter Einfluss zu nehmen», sagt Rünzi. Der NQV sei sehr wohl für eine Arealentwicklung und auch das Ziel dort möglichst viele neue Wohnungen zu schaffen – die Rede ist von Platz für 1000 neue Bewohner – sei absolut unumstritten. «Es geht uns darum, dass die Arealentwicklung nach aussen zu kurz kommen könnte, also der Bezug zum Quartier.» Rünzis Schreckensszenario wäre eine in sich abgeschlossene Wohnüberbauung, die dem Quartier keine zusätzlichen Grünflächen und Begegnungsräume bieten würde. «Es kann nicht sein, dass man einfach sagt, vis-à-vis ist der Kannenfeldpark, das reicht.» Man müsse im Gegenteil die Arealplanung so machen, als ob es den Kannenfeldpark gar nicht gäbe, sagt Rünzi. Und so hat es der NQV auch in seiner Einsprache formuliert. Der Park sei bereits jetzt sehr stark genutzt und ertrage nicht noch einen zusätzlichen Nutzungsdruck durch 1000 neue Nachbarn. Es brauche auch in Zukunft auf dem heute grünen Spitalareal grüne Freiflächen. «Wir wollen, dass sich die Regierung auch weiterhin dafür einsetzt und die WGN nicht einfach machen lässt», so Rünzis Fazit.