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Nicht alle wären traurig über ein Ozeanium-Aus

Das Nein zum Margarethenstich lässt auch die Pläne für das Ozeaniums versinken.

Das Nein zum Margarethenstich lässt auch die Pläne für das Ozeaniums versinken.

Mit dem Nein zum Margarethenstich vom vergangenen Sonntag gehen auch die Pläne für das geplante Basler Ozeanium unter. Die Meinungen darüber sind geteilt.

Die Pläne für das Ozeanium an der Heuwaage haben nach dem Nein zum Margarethenstich am vergangenen Sonntag einen Rückschlag erlitten und können nicht mehr wie geplant umgesetzt werden. Die Meinungen darüber sind geteilt. Für die Einen steht eine grossartige Attraktion auf der Kippe, die Anderen wären über ein Scheitern des Projekts nicht unglücklich.

Die Basler Bevölkerung scheint gegenüber dem Grossprojekt grundsätzlich positiv eingestellt zu sein. Dies wurde im Mai 2014 deutlich, als ein privater Gönner 30 Millionen Franken für das Ozeanium spendete; die grösste Einzelspende, die der Basler Zoo je erhalten hat. Folglich werden nach dem Nein zum Margarethenstich einige enttäuschte Stimmen laut. So befürwortet SVP-Grossrat Felix Wehrli den Bau des Ozeaniums. «Ich fände es auf jeden Fall gut, wenn es doch noch möglich wäre, den Plan eines Ozeaniums zu realisieren.» Doch die Verkehrssituation lässt bei ihm Zweifel aufkommen: «Ich bin eher skeptisch, ob man für die Situation an der Heuwaage noch eine geeignete Lösung finden wird.» Wehrli fordert deshalb, dass man planerisch nochmals über die Bücher geht.

Frische Seeluft fehlt

Franz Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel, gibt seine persönliche Meinung ab, indem er eine Alternative empfiehlt, die zuletzt in Vergessenheit geraten ist: die Pläne für die Verlegung des Naturhistorischen Museums in die Nähe des Zolli, die vor einigen Jahren aktuell waren. «Persönlich war ich vom ursprünglichen Projekt eines Naturhistorischen Museums nahe der Heuwaage begeistert. Meiner Meinung nach wäre es einfach schön, wenn man im Zolli die Tiere anschauen und sich anschliessend in einem Naturhistorischen Museum auch noch auf einer wissenschaftlichen Ebene informieren könnte.» Für den Grundgedanken eines Ozeaniums hält er Basel schlicht für den falschen Standort: «Bei meinem letzten Besuch eines Ozeaniums ist mir beim Verlassen der Seewind um die Ohren gepfiffen. Für mich bildet dies eine ideale Umgebung.» Und eben nicht das Lüftchen vom Rheinknie.

Doch nicht nur Saladin sieht dem Projekt skeptisch entgegen. Schon seit Beginn des Planungsprozesses werden Stimmen gegen den Bau laut. Vor allem aus dem grünen Lager werden immer wieder Bedenken wegen des Projekts geäussert. Deshalb sind die Grünen Basel-Stadt zumindest in Bezug auf das Ozeanium nicht unglücklich über das Margarethenstich-Nein. Vizepräsidentin Barbara Wegmann sagt: «Wir von den Grünen denken, dass das finanzielle Risiko beim Bau eines Ozeaniums gross wäre.» Dabei spiele das Geld nicht einmal die einzige Rolle.

Hoher Energieverbrauch

Auch ökologische Aspekte hätten das Projekt in den Augen der Umweltpartei in ein schiefes Licht gerückt: «Den Energieverbrauch eines solchen Baus schätzen wir als sehr hoch ein.» Ein weiteres Problem sehen die Basler Grünen im vorgesehenen Zweck des Baus, dessen Kosten von 100 Millionen Franken durch Spenden gedeckt werden sollen. Das Ozeanium solle unter anderem zu Bildungszwecken gebaut werden, um die Leute für die Fischzucht und das Leben der Meerestiere zu sensibilisieren. Die Grünen sind sich laut Wegmann nicht sicher, ob dies gelingen kann. Das Ozeanium werde wohl vor allem als Touristenattraktion herhalten müssen.

Andere sorgen sich um das Tierwohl. Im Mai 2014 beispielsweise sagte die Meeresbiologin Monica Biondo zu SRF: «Die Realität zeigt, dass sich die wenigsten dieser Tiere in einem Aquarium züchten lassen.» Wobei sich Biondo insbesondere auf die nachhaltige Haltung von Korallenfischen bezog.

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