Vorfasnacht
Nicht-Basler Tambouren-Gruppe sorgt am Charivari für Wirbel

Eine Jungtambouren-Gruppe aus Möhlin soll frischen Wind in die Vorfasnachtsveranstaltung im Kleinbasler Volkshaus bringen.

Meret Knaack
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Die Möhlemer Jungtambouren brennen auf ihren ersten Charivari-Auftritt.

Die Möhlemer Jungtambouren brennen auf ihren ersten Charivari-Auftritt.

zvg

Da soll mal einer sagen, die Fasnächtler seien konservativ. Zum ersten Mal tritt am «Glaibasler» Charivari eine Jungtambouren-Gruppe auf, die nicht einer Basler Gruppierung angehört, sondern der Fasnachtszunft Rhyburg Möhlin. Das ist gleich in zweifacher Hinsicht ein Spezialfall: Die Gruppe steht unter der Leitung des fünffachen Basler «Drummelkeenig» und Schweizer Trommelmeister Ivan Kym und hat ihr mehrstimmiges Trommelstück «Feuerwasser» eigens zusammen mit ihm komponiert und einstudiert.

Verlosung

2 Tickets für die Zusatzvorstellung am 18. Februar

Für die Verlosung senden Sie uns ein Email mit Ihrer genauen Adresse an: verlosung@bzbasel.ch

Die Gewinner werden direkt benachrichtigt. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen viel Glück.

«Normalerweise werden fertig komponierte Stücke aufgeführt, die dann einfach noch einstudiert werden», sagt Kym, der ebenfalls aus Möhlin stammt. Das Stück hat aber noch andere Besonderheiten: So werden ganz verschiedene Schlaginstrumente wie Djembe, Pauke, Gebetstrommel, Basler Trommel, Double Bass und «Chriesifässer» verwendet und damit eine Mehrstimmigkeit erreicht. «Dass das Stück für verschiedene Trommeln komponiert wurde, hebt es von klassischen Basler Fasnachtsmärschen ab», betont Andreas Kurz vom veranstaltenden Basel Tattoo.

Gerade auch die Mitarbeit an der Komposition, die Mitgestaltung des Rhythmus’ und die Möglichkeit, bei der Entstehung eines Stücks hautnah dabei sein können, treiben die jungen Trommler zu Höchstleistungen an: «Gelebte Trommelfreude» nennt das Kym. Sie ist spürbar, die Jungen spielen bereits auf sehr hohem Niveau. Für die meisten ist es das erste Mal, dass sie so aktiv an der Entstehung eines Stücks mitarbeiten dürfen. Zudem ist es der erste Auftritt am Charivari – und das erst noch mit einem brandneuen Stück, eigens für die Vorfasnachtsveranstaltung komponiert. Die Vorfreude in der Gruppe ist gross.

Offen für Neues

Das Charivari möchte das Publikum immer wieder überraschen. Entsprechend sind die Veranstalter offen für Neues und Aussergewöhnliches. Mitveranstalter Kurz zeigt sich zuversichtlich: «Die Erwartungen, die das Publikum an unsere Veranstaltung hat, werden von Kym und seinen Jungtambouren sicher erfüllt.» Es wird mit positiven Reaktionen auf den Auftritt der Jungen gerechnet. Nicht nur die coolen Kostüme dürften überzeugen, sondern auch die imposanten rhythmischen Klänge, welche die Mehrstimmigkeit des Stücks unterstreichen.

Der Qualitätsanspruch, den die Veranstalter und das Publikum an das Charivari haben, ist hoch. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist Ivan Kym gleich in zwei Gruppierungen mit von der Partie: als Leiter der Jungtambouren-Gruppe und gleichzeitig als Trommler bei der «Wältmaischter-Drummelgrubbe». Damit ist er einerseits an einem modernen, etwas unkonventionellen und andererseits an einem ziemlich klassischen Auftritt beteiligt. Ob diese starke Präsenz von Nicht-Baslern provoziert? Vielleicht ein bisschen. Doch ist Kym das Mass aller Dinge, wenn es um Trommelkunst geht. Dabei spielt die Herkunft eine kleinere Rolle als vermutet.

Darauf deutet auch der Umstand, dass schon jetzt alle 15 Vorführungen ausverkauft sind. Wegen der grossen Nachfrage bieten die Veranstalter eine Zusatzvorstellung an, die am 18. Februar um 14 Uhr stattfindet. Die bz verlost dafür 2 Tickets.