Riehen

Niederholz-Entwicklung schreitet voran

Rechts entstehen Genossenschaftswohnungen, links ist das Zentrumsgebäude an der Rauracherstrasse geplant – was dort hineinkommt, ist noch unklar.

Rechts entstehen Genossenschaftswohnungen, links ist das Zentrumsgebäude an der Rauracherstrasse geplant – was dort hineinkommt, ist noch unklar.

Genossenschaftswohnungen und ein Zentrumsgebäude sollen dem Dorfzentrum Konkurrenz machen. «Die Genossenschaftswohnungen stellen auch eine Korrektur zum sonst eher teureren Wohnen in Riehen dar», sagt Vize-Gemeindepräsident Daniel Albietz.

Noch wirkt die S-Bahn Haltestelle Niederholz in Riehen verlassen. Es dauert, bis man mit dem Rauracher Zentrum belebtes Gebiet betritt. In ein paar Jahren wird dies anders aussehen. Während die Bauarbeiten südöstlich der Geleise für das neue Humanitas-Pflegeheim bereits begonnen haben, wurde am Montag das Siegerprojekt einer neuen Zentrumsbebauung nordwestlich der Haltestelle präsentiert.

Gleich an der Rauracherstrasse neben der Unterführung kommt ein Zentrumsgebäude zu stehen, das im Erdgeschoss Räume für verschiedene Nutzungen und in den oberen Stockwerken Büroräumlichkeiten bieten wird. Die Architekten waren beauftragt, einen Bau zu konzipieren, der die künftige Nutzung offen lässt. «Das können eine Gemeinschaftspraxis, ein Fitnessstudio, Restaurants oder auch ein Einkaufsladen sein», erklärte Vize-Gemeindepräsident Daniel Albietz (CVP). Da in der Umgebung von Bahnhöfen längere Öffnungszeiten erlaubt sind, wäre dieser Einkaufsladen eine optimale Ergänzung zum Coop im Rauracher Zentrum. «Es wird sich mit der Zeit weisen, was es an Bedarf gibt.»

Der viergeschossige Wohnblock gleich hinter dem Zentrumsgebäude mit Blick auf die Grünfläche führt eine Riehener Tradition fort: Die basel-städtische Landsgemeinde hatte im schweizweiten Vergleich schon immer einen relativ hohen Anteil an Genossenschaftswohnungen. Gerade weil Riehen grundsätzlich ein teures Pflaster ist, sei diese Wohnform so wichtig, betont Albietz. «Riehen soll auch für Mittelstandsfamilien erschwinglich sein. Die Genossenschaftswohnungen stellen somit auch eine Korrektur zum sonst eher teureren Wohnen in Riehen dar.»

Das Siegerprojekt der Zürcher Architekten Steib & Geschwentner versteht es, trotz der kleineren Wohnungen diese grossflächig wirken zu lassen.

Charisma für Haltestelle-Platz

«Die Wohnungen sind sehr durchgängig und wirken daher eher grösser als sie wirklich sind», lobte Dominique Salathé als Vorsitzender der Wettbewerbsjury. Durch ihre langjährigen Erfahrungen im Wohnungsbau hätten die Architekten auf Details Wert gelegt, die den Wohnkomfort steigern.

Die wirkliche Stärke des Siegerprojekts, so Salathé, sei aber die Harmonie der beiden Gebäude, die trotz unterschiedlicher Nutzung optimal zusammenpassen. «Das Siegerprojekt wirkt als städtebauliches Ensemble, das dem Platz vor der S-Bahn-Haltestelle ein neues Charisma verleiht.» Die Genossenschaftswohnungen werden von der Wohngenossenschaft Höflirain entwickelt. Dr Riehener Einwohnerrat segnete im vergangenen Jahr die Bebauungspläne ab. Der Rahmen für die sechs teilnehmenden Architekturbüros war eng gesteckt.

Rauracher als zweites Zentrum

Sowohl von der Fläche wie auch von der Höhe waren die Vorgaben gemacht. Vize-Gemeindepräsident Daniel Albietz erhofft sich durch die beiden Neubauten eine weitere Entwicklung des Niederholzquartiers, das schon jetzt in Bewegung sei. «Das Rauracher ist das zweite Zentrum von Riehen. Und dieses wird mit den Neubauten weiter gestärkt.» Es sei stets der Wunsch gewesen, dass sich durch die Ende 2013 eröffnete S-Bahn-Haltestelle eine Quartierentwicklung in Gang setzt. Nach dem abgeschlossenen Architekturwettbewerb wird nun ein Baugesuch eingereicht.

In den kommenden zwei Wochen können sämtliche Projekte vor dem Rauracher Zentrum betrachtet werden.

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