An den Wänden in seiner Wohnung hängen zig Larven und Pinnwände voller Blaggedde. Ernst Lips ist Fasnächtler durch und durch. Er ist einer von jenen, welche die Tage bis zum nächsten Morgenstreich zählen, wenn noch die letzten Räppli auf den Strassen kleben.

Seit 1974 ist Ernst Lips bei den Klingedal Waggis aktiv. Schreibt Zeedel, überlegt sich Sujets, fertigt Skizzen für die Wagen an. Seit einigen Jahren produziert der 67-Jährige auch einen Abreisskalender mit dem Countdown bis zum nächsten «Morgestraich, Vorwärts, Marsch!» (Es sind noch 347 Tage.)

Die Idee sei aus einem Gag entstanden, erzählt er. Unterdessen hängt sein Kalender an der Wand in der Stammbeiz der Klingedal Waggis. Die kleineren Modelle im A4-Format verkauft er an Freunde der Fasnacht und Bekannte – für 35 Franken.

Seine Stube ist gleichzeitig seine Werkstatt: Das Sofa hat genauso seinen Platz wie ein riesiger Drucker. Das muss so sein, denn Lips produziert jeden Abreisskalender selber und in liebevoller Handarbeit: Er gestaltet, druckt, laminiert und perforiert. Zwei Stunden brauche er für einen Kalender.